China unterstützt den Eintritt Venzuelas als Nichtständiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat«, erklärte der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Hu Jintao in Peking, laut der Agentur Prensa Latina. Chávez hält sich bereits zum vierten Mal zu einem Besuch in der Volksrepublik auf. Bei seiner Ankunft am Mittwoch hatte Chávez China als gegenteiliges Beispiel bezeichnet für »diejenigen, die uns verkaufen wollten, daß der Kapitalismus und Neoliberalismus die einzige Alternative sei«. Chávez erklärte das asiatische Land sei »einer der größten (Erdöl)Verbraucher der Welt und Venezuela ist einer der größten Produzenten, deswegen ergänzen wir uns absolut«. Venezuela, so Chávez am Donnerstag, wolle deshalb einer der größten Erdöllieferanten Chinas werden.
Abhängigkeit verringern
Venezuela ist auf der Suche nach neuen Absatzmärkten für sein Erdöl. Mittelfristiges Ziel ist es, die starke Abhängigkeit des Landes von den Ölexporten in die USA zu verringern. Bislang führt der weltweit fünftgrößte Erdölexporteur 1,5 Millionen Barrel täglich (entspricht zwei Drittel der Gesamtausfuhren) zu seinem Nachbarn im Norden aus.
Chávez will die derzeit geringen Öllieferungen in die Volksrepublik nächstes Jahr auf 300.000 Barrel pro Tag steigern, innerhalb des nächsten Jahrzehnts sollen es eine Million Barrel pro Tag werden. Im Gegenzug soll China an der Exploration im Orinoco-Becken beteiligt werden.
Schon heute geht das Gros der chinesischen Investitionen in Lateinamerika nach Venezuela, jetzt sollen Investitionen im sozialen Wohnungsbau hinzukommen. Laut der Bolivarischen Nachrichtenagentur ABN unterzeichnete der Infrastrukturminister Ramón Carrizales ein Abkommen mit der chinesischen Unternehmensgruppe CITIC über den Bau von Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar.
Für multipolare Welt
In den nächsten zwei Jahren will das Unternehmen 20000 Sozialwohnungen in Venezuela errichten. Auch im Bergbausektor wollen sich chinesische Unternehmen weiter beteiligen. Die engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu China sollen, so Chávez, wie der Schulterschluß mit Rußland und dem Iran, dazu beitragen, eine »multipolare Welt« und ein Gegengewicht zur Hegemonie der USA zu schaffen. Am Sonntag reist Chávez nach Malaysia und Angola weiter.
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