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Juli 2006 William A. M. Buckler Info von:   zeit-fragen
Krieg – das grosse Ablenkungsmanöver vom Dollar-Bankrott
   

Sie kamen – und verwüsteten das Land

Vorläufer Truppen bis an die Mauern Athens, um sie dann für die vollständige Zerstörung von Feldern, Bauten, Brü . . . . .

Die Welt schaut einer der ältesten und grausamsten Kriegstaktiken zu. Sie wird heute vor un  . . . . .

Diese Kriegstaktik ist im Laufe der Geschichte immer wieder eingesetzt worden. Im Peloponnesischen Krieg sandte Sparta seine seren Augen in Libanon eingesetzt.cken und Brunnen einzusetzen. Dann rissen sie alle Bäume aus oder fällten sie und hinterliessen eine Wüste der Zerstörung.
Das gleiche taten die germanischen Stämme, bevor sie den Rhein überquerten und in römisches Gebiet vordrangen. Der amerikanische General Sherman hinterliess ein völlig verwüstetes Land, als er während des Amerikanischen Bürgerkriegs in Richtung Atlanta und zum Meer vorrückte. Dieselbe Taktik der Kriegsführung wurde von der deutschen Armee im Zweiten Weltkrieg beim Rückzug aus Stalingrad eingesetzt – die russische Armee rückte in ein verwüstetes Land vor.

Und heute geschieht es in Libanon

Diesmal kommt die Zerstörung aus der Luft. Die israelischen Luftangriffe auf die libanesische Infrastruktur haben Brücken, Strassen, Kraftwerke, Flughäfen, Getreidelager, Stromversorgungsnetze, Wohnblöcke, Moscheen, Gemeindezentren, mehrere grössere Krankenhäuser, Häuser der Zivilbevölkerung, Tankstellen, Häfen und das meiste der entscheidenden, lebenserhaltenden Infrastruktur des kleinen Landes zerschlagen.
Es findet ein Exodus statt, da die Menschen versuchen, von Südlibanon wegzukommen und weiter nördlich Sicherheit zu suchen. Aber jedesmal, wenn die Menschen einen Fluss erreichen, sind alle Brücken zerstört, sie müssen ihre Autos stehenlassen und ihn zu Fuss durchqueren. Die westlichen Länder versuchen, ihre eigenen Staatsangehörigen zu evakuieren, und eine Armada von Schiffen steuert die libanesische Küste an. Und die Luftangriffe dauern an.

Zwei verwüstete muslimische Länder – und Syrien

Die materielle Infrastruktur des Irak ist bereits zerstört. Diejenige Libanons ist beinahe soweit. Es wird ein Jahrzehnt oder gar länger brauchen, um die Schäden auch nur teilweise zu beheben. Syrien aber steht als die letzte muslimische Nation, die an Israel angrenzt, noch unversehrt da. Und offiziell gelten Syrien und der Iran als formal alliierte Staaten.

Was Israel erwartet – oder vermutet

Israel erwartet – oder vermutet –, dass die USA daran sind, durch die eigenen Eskapaden im Irak in die Knie zu gehen und bereits in diesem oder im nächsten Jahr anfangen könnten, sich aus dem Irak zurückzuziehen. Wenn das geschieht, steht Israel vor einem fast unlösbaren strategischen Problem. Israel kämpft einen Krieg an zwei Fronten, die eine ist im Gaza-Streifen und die andere nun in Libanon. Für Israel besteht die einzige strategische «Lösung» für diesen Zweifrontenkrieg in der Zerstörung Syriens und der Schaffung eines dritten Ödlands.

Israel und sein geostrategisches Problem

Seit seiner Gründung im Jahre 1948 hat Israel ein grundlegendes strategisches Problem. Es hat keine Tiefe. Es konnte und kann es sich nicht leisten, eine Schlacht an der eigenen Grenze zu verlieren, weil es keinen Raum hat, um sich zurückzuziehen und sich neu zu formieren.
Es ist diese grundlegende strategische Tatsache, welche Israel dazu gebracht hat, aus präemptiven oder anderen Überlegungen, immer zuerst anzugreifen, wenn es sich durch die umgebenden muslimischen Staaten bedroht sah. Einmal im Angriff, musste Israel vorrücken, und zwar schnell, um damit im Hinblick auf das gesamttaktische Ziel eine militärische Entscheidung mit Waffengewalt herbeizuführen und weiteren Handlungsspielraum zu gewinnen. Letztlich kann sich Israel keinen wie auch immer gearteten lange andauernden, langsamen Krieg leisten.

Militärtheorie – verbrannte Erde und Schutzwall

Als die ersten Kanonen auftauchten, waren alle bestehenden Festungen plötzlich veraltet. Quer durch Europa fielen bekannte Burgen in Stunden oder ein, zwei Tagen den Kanonen zum Opfer, obschon die gleichen Burgen in früheren Jahrhunderten monate- und sogar jahrelangen Belagerungen widerstanden hatten. Aber die Verteidigungstechniken holten die Kanonen ein und neue Arten der Befestigung tauchten auf, die Belagerungen abermals zu lange dauernden Unterfangen machten. Diesen Befestigungen gemeinsam war, dass sie zwar immer noch Mauern und Gräben hatten, diese aber mit einem vorbereiteten Vorfeld ergänzten, welches sie mit ihrem eigenen Kanonenfeuer von höherer Warte aus bestreichen konnten. Das Land um solche Befestigungen herum war oft Jahre zuvor vorbereitet worden, so dass die Neigung des Terrains der natürlichen Flugbahn der Kanonenschüsse der Verteidigung entsprach. Das ermöglichte es den Geschossen, das präparierte Gelände im Tiefflug zu bestreichen und präzise zu treffen.

Der Festungsstaat

Israel stellt, in moderner militärischer Terminologie, ein Land dar, dass dieser Art Festung entspricht. Nun beginnt aber eine neue Strategie, bei der riesige Infrastrukturen und Versorgungsgebiete jenseits der Landesgrenzen zerstört werden – siehe Irak und Libanon heute. Das einzige verbleibende Gebiet mit einer intakten Infrastruktur und einem unzerstörten Aufmarschgebiet ist Syrien. Wenn Syrien verwüstet wird, ist Israel zum ersten Mal in seiner Geschichte gänzlich von Ödland umgeben.

Das Ödland und das vorbereitete Gelände

Wenn Syrien zerstört wird, reicht das Ödland vom Mittelmeer bis zum Persischen Golf und an die Grenzen Saudi-Arabiens. Wird dies «erreicht», kann Israel das ganze riesige Gebiet genauso mit seiner Luftwaffe «bestreichen», wie die Kanonen der Befestigungen früherer Zeiten das Gebiet vor ihnen. Die USA tat zwischen dem ersten und dem zweiten Irak-Krieg etwas sehr Ähnliches mit den zwei Flugverbotszonen über dem Irak. Saddam Hussein konnte sich militärisch gesehen keinen Zentimeter rühren, ohne dass die USA sahen, was er tat. Die Luftangriffe der USA folgten postwendend.

Die langfristigen Probleme einer solchen Strategie

Sollte Syrien im Laufe des nächsten Jahres oder der nächsten Jahre militärisch zerstört werden, wird Israel zum erstenmal in seiner kurzen Geschichte geostrategisch «sicher» dastehen. Der Iran, der nach eigener Aussage der Todfeind Israels ist, wird einem Anmarsch von mehr als tausend Kilometern durch einen verwüsteten Irak gegenüberstehen. Israel wird das kommen sehen – und handeln.
Sollte ein derartiges strategisches Resultat – das die Zerstörung Syriens mit sich bringt, um es zu einem Teil des Ödlands zu machen – noch in diesem oder im nächsten Jahr erreicht werden, können sich die amerikanischen Truppen tatsächlich zurückziehen und «mission accomplished», «Einsatz erfolgreich beendet» erklären.
Inhärenter Bestandteil dieser Strategie aber ist, dass weder der Irak noch Libanon oder Syrien je wiederauferstehen dürfen. Das wird periodisch wiederkehrende israelische Luftangriffe überall in diesem riesigen Ödland nötig machen, was wiederum unsägliches menschliches und wirtschaftliches Leid für viele Millionen muslimischer Menschen bedeuten wird.
Die einzig mögliche Art für den Iran, Israel militärisch zu bedrohen, wäre dann ein Angriff auf Israel mit atomar bestückten Raketen. Das ist auch der Grund, weshalb Israel heute und von jeher der vehementeste Gegner einer Entwicklung von Nukleartechnologie durch den Iran ist.

Die beste Ablenkung ist immer der Krieg

Während die grossen Konfessionsstreitigkeiten im Irak, die an einen ausgewachsenen Bürgerkrieg grenzen, und die Besetzung des Landes durch die USA weitgehend in den Hintergrund getreten sind und noch als entferntes Grollen aus der Ferne wahrgenommen werden, haben die Ereignisse in Libanon die Schlagzeilen der Presse und des Fernsehens auf der ganzen Welt explosionsartig eingenommen.

Feuern die Kanonen nach links – schaue nach rechts

Die libanesische «Ablenkung» ist der Grund, weshalb keiner eine ungewöhnliche Studie der Federal Reserve Bank (FED) von St. Louis richtig wahrgenommen hat. Diese Studie stellt unverblümt fest, dass die USA auf dem Weg in den Bankrott sind.

In die richtige Richtung schauen

Gemäss einer Untersuchung von Professor Laurence Kotlikoff, die er für die Federal Reserve Bank von St. Louis durchführte, könnte ein in die Höhe schiessendes Budgetdefizit und eine Renten- und Wohlfahrts-Zeitbombe die wirtschaftliche Supermacht in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Professor Kotlikoff sagte, dass die USA nach gewissen Massstäben heute schon bankrott sind. Er sagte: «Um es wie im Wörterbuch zu formulieren: Sind die USA mit ihren Ressourcen am Ende, ausgelaugt, entblösst, mittellos, beraubt, ohne Eigentum oder ruiniert infolge Unfähigkeit zur Bezahlung ihrer Gläubiger? Die Regierung der USA ist tatsächlich bankrott, insofern sie unfähig sein wird, ihre Gläubiger zu bezahlen, die in diesem Zusammenhang die heutigen und künftigen Generationen sind, denen sie explizit oder implizit zukünftige Leistungen/Nettozahlungen verschiedenster Art versprochen hat.»
Im Rahmen eines «normaleren» Ganges der Ereignisse hätte ein solcher Bericht von einer der grossen Federal Reserve Banken für Schlagzeilen bei Barrons und im Wall Street Journal gesorgt.
In derselben Woche, in der die Studie aus St. Louis kam, hieben zwei weitere amerikanische Professoren mit ihrer eigenen, parallelen Studie zum gleichen Thema in die gleiche Kerbe. Sie hatten festgestellt, dass das «Finanzloch» zwischen allen zukünftigen Regierungseinnahmen und -ausgaben sich enorm verbreitern wird, wenn die geburtenstarke Jahrgänge der Baby-Boomer-Generation in Rente gehen und die Beträge, welche die Regierung für das Gesundheitswesen und die Renten benötigt in die Höhe schnellen. Heute schon beträgt dieses «Finanzloch» gemäss den Professoren Gokhale und Smetters unvorstellbare 65,9 Billionen US-Dollar.
Professor Kotlikoff kam zu den gleichen Schlussfolgerungen wie die Professoren Gokhale und Smetters; auch er prüfte die Frage, was an Mitteln aufgewendet werden müsste, um das Finanzloch zu schliessen. Prof. Kotlikoff erklärte dazu: «Diese Zahl ist höher als das Fünffache des Bruttoinlandproduktes der USA und fast doppelt so hoch wie das gesamte Volksvermögen.» Eine Möglichkeit, um zu erfassen, wieviel 65,9 Billionen US-Dollar sind, besteht darin, zu fragen, welche finanzpolitischen Änderungen nötig wären, um dieses Loch zu stopfen. Eine Lösung wäre die sofortige und dauerhafte Verdoppelung der Einkommenssteuer für alle natürlichen und juristischen Personen. Eine andere bestünde darin, die Leistungen der Sozialversicherung und der Krankenversicherung sofort und ebenfalls dauerhaft um zwei Drittel zu kürzen.

Die tatsächlichen Anleiheschulden der USA

In der Ausgabe vom 3. Juli des «Barrons» erschien eine Studie von Ned Davis zu den Kreditmarktschulden im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt der USA. Der Titel des Artikels lautet «Zurückzahlen». Darin stellt Herr Davis fest, dass die Kreditmarktschulden heute über 40 Billionen US-Dollar oder 315% des amerikanischen Bruttoinlandproduktes von 12,8 Billionen US-Dollar ausmachen. Die 40 Billionen US-Dollar umfassen jedoch nur die Anleiheschulden innerhalb der USA. Dazu gehören die Schulden des amerikanischen Finanzministeriums, der Bundesstaaten und aller anderen kleineren lokalen Regierungen, die Geldanleihen aufgenommen haben, sowie alle Geschäftsanleihen, Hypotheken, Autodarlehen, private Darlehen und Schulden auf Kreditkarten. Zählt man diese zum oben beschriebenen «Finanzloch» dazu, kommt man auf insgesamt 105,9 Billionen US-Dollar. Das sind mindestens 830% des derzeitigen amerikanischen Bruttoinlandproduktes.

Ein gigantischer Bankrott wird erwartet

Es ist wahr, dass «The Privateer» bereits viele Male zuvor auf die totale Unhaltbarkeit der US-Schulden hingewiesen hat. Dies muss sicherlich bekanntwerden. Wenn wir andere, besonders Amerikaner, sehen, die all die schwere Arbeit tun, um dies aufzudecken – wie es die oben genannten Herren getan haben – möchten wir ihnen unsere gebührende Anerkennung zollen.

Der anhaltende Export von US-Dollars

Wenn man von der US-«Bilanz» zum Thema weitergeht, wo die US-Wirtschaft momentan in der Welt steht, entdeckt man, dass sich das US-Aussenhandelsdefizit bisher in diesem Jahr auf eine Jahresrate von 763 Milliarden US-Dollar beläuft. Das ist um 6,5% mehr als die 716,7 Milliarden US-Dollar im gesamten Jahr 2005, ein historischer Rekord.
Ausländische Nationen sind die Empfänger dieser exportierten US-Dollars, wie man an ihrem ansteigenden Besitz an Devisenreserven sehen kann. Aufsteigende Nationen halten einen Rekord von 3,07 Billionen US-Dollar, während entwickelte Nationen weitere 1,33 Billionen US-Dollar halten. Die gesamte Summe beläuft sich auf 4,4 Billionen US-Dollar.

Das amerikanische Handelsungleichgewicht

Die amerikanischen Warenimporte im Mai waren im Jahresvergleich um 13,4 Prozent auf 154,3 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die amerikanischen Warenexporte im Mai stiegen um 12,6% auf 84,2 US-Dollar. Mit 63,8 Milliarden US-Dollar war das amerikanische Aussenhandelsdefizit im Mai das grösste seit Januar. Die amerikanischen Importpreise stiegen im Jahresvergleich um 7,2%. Das amerikanische Warendefizit mit China nahm von April bis Mai um 4% zu, eine Erhöhung von 17,0 Milliarden auf 17,7 Milliarden US-Dollar. Das Warendefizit mit der Europäischen Union wuchs von 9,4 Milliarden US-Dollar im April auf 10,8 Milliarden US-Dollar im Mai an. Das Warendefizit mit Japan sank von 7,8 Milliarden US-Dollar im April auf 7,1 Milliarden US-Dollar im Mai. Das umfassende Endresultat ist, dass Amerika seine Dollars exportiert und im Gegenzug die Waren der Welt erhält.

Amerikanische Gründe, die mit dazu beitragen

Amerikanische Kreditnehmer trieben den gesamten ausstehenden Verbraucherkredit um 2,4% oder 4,4 Milliarden US-Dollar auf 2,173 Billionen US-Dollar, sagte die FED am 10. Juni. Kreditkarten und andere Formen sich erneuernder Schulden vermehrten die Gesamtsumme. Die amerikanischen Verbraucher fügten im Mai 6,7 Milliarden US-Dollar zu ihren erneuerbaren Schulden hinzu, das sind 10% mehr als im vorherigen Monat! Wenn man sieht, dass Verbraucher zu ihren schon ausstehenden Schulden innerhalb eines Monats noch 10% hinzufügen, dann ist das ökonomisch eine Version des Lebens auf Kredit, in der Hoffnung, dass morgen niemals kommt. Oder, um es ernsthafter auszudrücken, es gibt Millionen von Amerikanern, die ihre normalen täglichen oder wöchentlichen Lebenshaltungskosten nicht länger bestreiten können und sie deshalb in ihrer Verzweiflung auf die Kreditkarte abwälzen.
Dann, wenn all diese Einkäufe auf der Plastikkarte stehen und die Waren in den Händen liegen, explodiert das amerikanische Aussenhandelsdefizit.

Erwarten Sie hier keine Änderung

Ein Zitat des Vizepräsidenten der US-Notenbank, Donald Kohn: «Das wichtigste, was man über das globale Ungleichgewicht im Kopf behalten muss, ist sein Ausmass. Das gegenwärtige amerikanische Leistungsbilanzdefizit ist mit einem Ausmass von 800 Milliarden US-Dollar oder 6,5% des Bruttoinlandprodukts enorm, und es ist nicht zu erwarten, dass es in unmittelbarer Zukunft wesentlich sinken wird angesichts der gegenwärtigen Gestaltung der wirtschaftlichen Aktivitäten und der Preise überall auf der Welt.»

Das andere Ödland – das amerikanische Finanzsystem

Wie in diesem Global Report schon dargelegt wurde, ist das amerikanische Finanzsystem heute so überschwemmt mit gegenwärtig realen und zukünftigen ungedeckten Verbindlichkeiten, dass es keinen Ausweg gibt, ausser einer wirklichen und anhaltenden wirtschaftlichen Rezession, um das Schiff klarzumachen. Der stellvertretende Vizepräsident Kohn macht dies deutlich (man beachte das vorhergehende Zitat). Er sieht auch keinen Weg aus dem enormen amerikanischen Leistungsbilanzdefizit, was bedeutet, dass es keinen offenen ökonomischen Weg zu einer finanziellen Gesundung Amerikas gibt. Dies heisst im wahrsten Sinn des Wortes, dass Amerika noch weiter in zweiseitige Schulden hineinlaufen wird, sowohl im Inneren als auch im Äusseren, weil sich seine innere Kreditexpansion auf den Rest der Welt ausdehnen wird durch seine Aussenhandels- und Leistungsbilanzdefizite. Das bedeutet auch, dass die Gesamtsumme der amerikanischen Aussenschulden weiterhin anwachsen wird ebenso wie die angehäufte Summe an US-Dollar, die ausserhalb der USA zirkulieren. In historischer Sicht ist es lohnenswert, sich zu erinnern, dass das letzte Mal, als sich Amerika im Inneren in eine ähnliche Situation manövriert hatte, Mitte bis Ende der 20er Jahre war. Damals waren Amerikas Anleiheschulden auf 260% des Bruttoinlandprodukts gestiegen. Das Endergebnis war der Zusammenbruch der amerikanischen Börse im Oktober 1929, gefolgt von der Schliessung des gesamten amerikanischen Bankensystems 1933.

Das G-8-Gipfeltreffen wird zur Nebenvorstellung

Die Führer der G-8, die Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland, Grossbritannien und die Vereinigten Staaten vertreten, haben sich in Petersburg getroffen. Das Gipfeltreffen schloss nicht nur die G-8-Führer ein, sondern auch jene von Indien, China, dem Kongo, Südafrika, Brasilien, Mexiko und Kasachstan. Diese wurden zum Mittagessen mit den «Hauptspielern» eingeladen, und dann fegte der israelische Luftangriff auf Libanon die gesamte Show von der Bühne.

Bush und Blair – Episode offener Mund

Eines der Mikrofone auf ihrem Tisch war eingeschaltet. Keiner der beiden «Staatsmänner» wusste es, und so konnte die Welt mithören. Bush löste das Problem des Nahen Ostens mit einem Schlag, Zitat: «Schau, die Ironie an der Sache ist, was sie machen müssen, ist, Syrien so weit zu kriegen, dass sie die Hizbollah dazu bringt, mit diesem Scheiss aufzuhören, und dann ist es vorbei. Ich hätte am liebsten Kofi gesagt (dem Generalsekretär der Vereinten Nationen), er soll Assad (syrisches Staatsoberhaupt) anrufen und schauen, dass etwas geschieht.»
Mit keiner Silbe wurde die Tatsache erwähnt, dass vor nur zwei Jahren die syrische Armee in Libanon volle Stellung bezogen hatte.
Die Christen dort hatten die syrische Armee herbeigebeten, um nach Libanons tragischem 15 Jahre dauernden Bürgerkrieg die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.
Damals hatte die syrische Armee die Hizbollah tatsächlich fest im Griff, bis die Bush-Administration ihren Auszug aus Libanon erzwungen hatte. Dadurch musste die neue fragile libanesische Regierung und ihre kleine Armee von 50
000 Mann mit den Hizbollah-Streitkräften, die klar in der Überzahl waren, und gegen die sie, was die Kriegsführung anbelangt, nichts ausrichten konnte, alleine zurechtkommen. Gemäss Präsident Bush sollen also die Syrer, die jetzt nicht mehr dort sind, die Hizbollah stoppen und gleichzeitig immer noch in Syrien bleiben! Mit keiner Silbe wurde in diesem «offenen» Gespräch zwischen Präsident Bush und Premierminister Blair Israels erbarmungsloser Zerstörungsangriff auf Libanon erwähnt.
Etwas später intonierten offizielle Sprecher des Weissen Hauses die politische Linie, dass Israel in Selbstverteidigung gehandelt hat.

Botschaft aus Teheran

Am 14. Juli, einen Tag vor Beginn des G-8-Gipfels, wurde der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad zitiert, er habe bei einem Telefongespräch mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad folgendes gesagt:
«Wenn das zionistische Regime (Israel) noch einen dummen Schritt macht und Syrien angreift, dann wird das als Angriff auf die gesamte islamische Welt verstanden werden, und dieses Regime wird eine sehr heftige Antwort erhalten.»

Botschaft aus Israel

Israel hat angedeutet, dass es «[…] seine militärische Aktivität nicht einstellen wird, bis eine neue Situation geschaffen ist, die Syrien und den Iran daran hindern wird, terroristische Organisationen wie Hamas und Hiz­bollah zu benutzen, um seine Sicherheit zu bedrohen.» Mit keiner Silbe wurde die inzwischen klar erhärtete Tatsache erwähnt, dass die israelische Luftwaffe Bäckereien in Beirut zerstört hat, nachdem sie am Tag davor Kornkammern zerstört hatte. Dieser Luftangriff erzeugt sprichwörtlich ein ‹wasteland›, ein Ödland.

Botschaft der Israeli Defence Force (IDF)

Die IDF hat eine Reserve-Infanteriedivision mobilisiert und sich für eine mögliche Boden­invasion in Südlibanon bereitgemacht, wie die «Jerusalem Post» erfahren hat. Dies ist der Beginn einer neuen Bestrebung, die Katjusha-Raketenabschussrampen von der israelisch-libanesischen Grenze wegzutreiben. Diese Division hat Kommandoposten an der nördlichen Grenze errichtet, während alle ihre Panzer und die gepanzerten Mannschaftswagen Richtung Norden transportiert wurden. Israel mobilisiert seine zivilen Reserven, wie es das immer vor einem Bodenkrieg macht.

Eine Botschaft aus Syrien

Damaskus (AFP) – In seiner ersten offiziellen Reaktion auf die israelische Offensive im benachbarten Libanon hat Syrien gewarnt, dass es unverzüglich und mit allen nötigen Mitteln auf jegliche israelischen Angriffe auf seinem Territorium reagieren wird.

 

 

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.