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10. 09. 2006 Info von:   derstandard
Gentechnik
   
Herbizid-Resistenz von Gras kann sich ausbreiten

Erstmals Nachweis in den Vereinigten Staaten - Wildpflanzen übernahmen Resistenzgene

Washington - Die USA propagieren die Gentechnik in der Landwirtschaft - weltweit. Doch jetzt haben Wissenschafter der staatlichen Umweltagentur EPA erstmals selbst bewiesen, dass sich in der freien Natur die Gene Herbizid-resistenter Pflanzen in der Umgebung weiter verbreiten können: wenn "RoundUp Ready" nicht mehr wirken kann...

"Die Bedenken gegenüber genetisch veränderten Nutzpflanzen umfassen auch die Ausbreitung von transgenen Erbanlagen in dafür geeignete Wild-Arten von Pflanzen und dadurch die Möglichkeit zu nicht beabsichtigten ökologischen Folgen. Bisher hat es nur wenige auf Erfahrung beruhende Belege für die Häufigkeit und die Verteilung von genetisch veränderten Pflanzen in der Umgebung (nicht veränderte Pflanzen, Anm.) in den USA gegeben", schrieb Dr. Jay Reichmann jetzt in einem Beitrag für die Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Molecular Ecology".

Versuchsfelder

Die Wissenschafter hatten zunächst auf Versuchsfeldern im Jefferson County im US-Bundesstaat Oregon Straußgras (Agrostis stolonifera L.) ausgesät, das gegen das Herbizid "RoundUp Ready" (Glyphosphat) unempfindlich war (ASR368, Scotts Seed Company). Nach einiger Zeit wurden in der Umgebung in einem Umkreis von bis zu 4,8 Kilometern insgesamt 20.400 Agrostis stolonifera L.-Pflanzen gesammelt und auf eine etwaige Belastung mit dem Resistenzgen untersucht.

Das Ergebnis: In neun der Wild-Pflanzen (0,04 Prozent) von Straußgras wurden die Resistenzgene gegen das Pflanzenschutzmittel festgestellt. Das bis zu einer Entfernung von 3,8 Kilometern vom Ausgangspunkt der Fall. Sowohl Pollen als auch Samen von den Versuchsfeldern dürften dafür verantwortlich gewesen sein. Das Problem: Einmal in die genügsamen und zähen Pflanzen eingebracht, bekommt man die Resistenzen wahrscheinlich nur noch schwer weg. Das haben die US-Gentechnik-Proponenten in der Landwirtschaft jetzt sogar quasi-"amtlich" bewiesen bekommen.

 

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