Seitenzugriffe seit dem 07.12.2007142
 
 
   
Infos von   www.das-gibts-doch-nicht.info
November 2006 Mike Whitney Info von:   informationclearinghouse
Putin wehrt sich
   

8. Oktober 2006, "Information Clearing House" -- -- Der Konflikt zwischen

Rußland und Georgien sieht aus wie ein Geplänkel zwischen zwei Nachbarn

wegen der Verhaftung von vier russischen Offizieren unter Spionageanklage.

In Wirklichkeit ist es eine Auseinandersetzung zwischen der

Bush-Administration und dem russischen Präsidenten Putin um die Kontrolle in

Zentralasien. Der Einsatz könnte nicht höher sein und es scheint, daß der

Brand noch einige Zeit lodern wird.

 

 

 

Der Zwist begann vorige Woche, als der georgische Präsident Mikhail

Saakaschwili die vier Offiziere verhaftete und der Spionage anklagte. Putin

protestierte vor den Vereinten Nationen gegen ihre Verhaftung und forderte

ihre sofortige Freilassung. Dann rief er im Weißen Haus an und warnte kurz,

daß "jede Aktion von Seiten Dritter (der Bush-Administration) als

Unterstützung für Georgiens destruktive Politik angesehen würde, untragbar

für die Ruhe und eine Gefährdung für Frieden und Stabilität in der Region

sei." (Nachrichtenagentur Itar-Tass)

 

 

 

Das Telefonat zeigt, daß Putin weiß, wo der Plan entstand und wer letztlich

dafür verantwortlich ist. Es veranschaulicht auch, wie sich das Verhältnis

zwischen Bush und Putin ständig verschlechterte und zunehmend feindselig

wird.

 

 

 

Saakaschwili hat daraufhin seine Hardliner-Position aufgegeben und die vier

Offiziere der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

(OSZE) übergeben. Die UN-Organisation schickte die Männer daraufhin sofort

nach Rußland zurück. Die Vereinigten Staaten blockierten in der Zwischenzeit

eine Entschließung, die den Disput schnell beendet hätte. Dieser Zug

wiederum verärgerte Moskau.

 

 

 

Was ist hier also los?

 

 

 

Saakaschwili ist ein amerikanischer Handlanger wie Karsai in Afghanistan. Er

kam durch die von den Amerikanern finanzierte "Rosen-Revolution" an die

Macht, die Eduard Schewardnadse aus dem Amt warf und durch die in Yale

ausgebildete Marionette der Neokonservativen, Saakaschwili, ersetzte. Die

"farbkodierten" Revolutionen wurden seitdem als US-gestützte Scharaden

entlarvt, wobei NED-finanzierte (vom "Eastern Establishment", der

"Ostküste") Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) den politischen Umsturz

schüren, indem sie den Oppositionsparteien innerhalb der bestehenden Systeme

finanzielle Mittel, Presse und logistische Unterstützung zur Verfügung

stellen. Es wurde zur bevorzugten Methode des "Regimewechsels" für die

westlichen Eliten, die eine Ausbreitung des Kapitalismus nach US-Vorbild

durch friedliche Mittel anstelle der Gewalt wie im Irak bevorzugen.

 

 

 

Moskau ist auf der Abschußliste Washingtons und der Streit geht um mehr als

Putins "angebliches" Abrücken von demokratischen Reformen. Putin hat sich

einem auf breiter Basis stehenden Sicherheitsbündnis mit China und weiteren

Schlüsselstaaten Zentralasiens angeschlossen. Unter dem Schirm der Shanghai

Cooperation Organisation (SCO, = "Schanghai-Organisation für

Zusammenarbeit") haben die Mitgliedsstaaten einen Zusammenschluß nach

NATO-Muster gebildet, der Bushs Plan gefährdet, den amerikanischen Einfluß

auf die Region auszuweiten. Das "Große Spiel" des 19. Jahrhunderts zur

Kontrolle Eurasiens wird unter der Überschrift "Krieg gegen Terror"

fortgesetzt und die Staaten der Region schließen sich wieder zusammen, um

eine künftige amerikanische Intervention abzuwehren.

 

 

 

Michel Chossudovsky schrieb in seinem neuesten Artikel "Die nächste Phase

des Krieges im Mittleren Osten" (Global Research):

 

 

 

"Militärische Übungen von Rußland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan

wurden im Rahmen der Collective Security Treaty Organization (CSTO, =

"Kollektive Sicherheitsvertrags-Organisation") Ende August begonnen. Diese

Militärübungen, offiziell als Teil eines Terrorbekämpfungsprogramms

deklariert, wurden durchgeführt als Antwort auf amerikanisch-israelische

Bedrohungen der Region, einschließlich geplanter Angriffe auf den Iran."

 

 

 

Rußland führte schon früher im Jahr auch mit China gemeinsame Militärübungen

aus. Sie schoben ihre traditionellen Differenzen und Verdächtigungen

beiseite, um das gemeinsame Ziel einer erhöhten Sicherheit vor fremder

Aggression zu erreichen. Putin wurde von Bushs fiktivem Krieg gegen Terror

offensichtlich nicht hereingelegt. Wie die anderen Führer in der Region

sieht auch er voraus, daß die USA sich weiterhin nach Zentralasien

hineindrängen wollen, (Militär-) Basen und Pipelines installieren wollen,

während sie gleichzeitig die Kontrolle über die riesigen Öl- und

Erdgasvorkommen der Region anstreben.

 

 

 

Das politische Schwergewicht Zbigniew Brzezinski klärte über die Bedeutung

von Zentralasien für die US-Pläne zu weltweiter Vorherrschaft in seinem Buch

"The Grand Chessboard" (= "Das große Schachbrett") auf. Dort schreibt er:

 

 

 

"Seit die Kontinente vor mehr als 500 Jahren anfingen, politisch zu

interagieren, ist Eurasien das Zentrum der Weltmacht."... "Für Amerika ist

der höchste geopolitische Preis Eurasien - und Amerikas globale

Vorherrschaft hängt direkt davon ab, wie lange und wie effektiv sein

Übergewicht über den eurasischen Kontinent aufrechterhalten wird."... "Wie

Amerika mit Eurasien umgeht ist entscheidend. Eurasien ist der weltgrößte

Kontinent und stellt geopolitisch eine Achse dar. Eine Macht, die Eurasien

dominiert, würde zwei der drei am weitesten entwickelten und wirtschaftlich

produktivsten Regionen kontrollieren. Ein einfacher Blick auf die Landkarte

deutet an, daß die Kontrolle über Eurasien fast automatisch die Unterordnung

Afrikas nach sich zieht und sowohl die westliche Hemisphäre als auch

Ozeanien geopolitisch an den Rand des zentralen Kontinents der Welt drängen

würde. Rund 75% der Weltbevölkerung befindet sich in Eurasien, ebenso der

Großteil des materiellen Reichtums der Welt, sowohl an Unternehmen als auch

unter der Erdoberfläche. Eurasien verzeichnet 60% des

Weltbruttosozialprodukts und rund drei Viertel der bekannten

Energieressourcen der Welt." ("The Grand Chessboard")

 

 

 

Brzezinskis Buch legt den Basisplan (der im Projekt für das Neue

Amerikanische Jahrhundert weiterentwickelt wurde) für die gegenwärtige

Politik der Administration in Zentralasien offen. Die gegenwärtigen Manöver

in Georgien sind die vorhersagbaren Ausbrüche, die aus einer Politik

resultieren, die verwurzelt ist in Feindseligkeit und Expansion.

 

 

 

Washington hat die Deckung der Rosen- und orangenen Revolutionen benutzt, um

seine "Katzenpfote" NATO weiter nach Eurasien zu schieben, mehr Militärbasen

zu errichten und Rußland einzukreisen. Die NATO in der Ukraine und Georgien

stellt das Äquivalent für vollausgerüstete russische (Militär-) Basen in

Toronto und Tijuana dar. Kein amerikanischer Präsident würde je daran

denken, so etwas zu erlauben.

 

 

 

Das wachsende Mißtrauen zwischen Washington und Moskau geht über Bushs Plan

hinaus, die NATO in den früheren Sowjetrepubliken zu installieren.

Washington ist auch nicht glücklich über Putins Nationalisierung der

Ölindustrie (Gazprom) und damit den Dollar im Ölhandel abzulösen. Gerade vor

ein paar Monaten kündigte Putin an, von der "internationalen Währung" (dem

Greenback) auf den Rubel umzusteigen. Gegenwärtig erbringt Rußland 15,4% der

täglichen Ölfördermenge, auf Platz zwei hinter Saudi-Arabien. Früher wurden

Öltransaktionen nur in Dollars beziffert. Dieses de-facto Monopol im

Ölhandel ist ein großer Segen für die amerikanische Wirtschaft. Es zwingt

die Zentralbanken weltweit dazu, Berge von Dollars vorrätig zu halten. Laut

verschiedenen Berechnungen könnten sich dort rund 4,6 Billionen Dollar

befinden, entweder gelagert in den Zentralbanken oder umlaufend in

Öltransaktionen.

 

 

 

Putins Wechsel hin zum Rubel stellt eine unmittelbare Bedrohung für die

amerikanische Vorherrschaft des Dollars dar und könnte potentiell Hunderte

von Milliarden Dollar zurück in die Vereinigten Staaten fließen lassen, die

dort eine massive Hyperinflation und eine wirtschaftliche Kernschmelze

auslösen. (Das könnte erklären, weshalb die Federal Reserve die

Veröffentlichung des M-3-Berichts annulliert hat, so daß die Dollareigner

nicht wissen werden, wieviele Milliarden zurückfließen werden.)

 

 

 

Die Vereinigten Staaten müssen ihre Vorherrschaft im Ölhandel behaupten.

Sonst wird der Dollar abstürzen und das überschuldete amerikanische Empire

wird in einem Ozean von roter Tinte verschwinden.

 

 

 

Nachdem Putin angekündigt hatte, sich vom Dollar abzuwenden, war es klar,

daß Washington zurückschlagen würde, um seine Interessen zu verteidigen.

 

 

 

Einige Leser werden sich daran erinnern, daß Henry Kissinger vor zwei

Monaten Putin einen unerwarteten Besuch in Moskau abstattete. Zu dieser Zeit

war sich die Öffentlichkeit nicht bewußt, daß Kissinger zum heimlichen

Beraterstab Bushs und Cheneys gehört. Kissinger warnte höchstwahrscheinlich

Putin vor den möglichen Gefahren des Umstiegs auf den Rubel. Vielleicht wies

er darauf hin, wie Saddam angegriffen wurde, nur sechs Monate, nachdem er

auf den Euro umgestiegen war. Hugo Chavez und Ahmadinejad wurden ebenso

bedroht. Der Erhalt des Petrodollar-Imperiums ist für die US-Vorherrschaft

so entscheidend wie die Kontrolle über die letzten schwindenden Ölvorräte.

 

 

 

Zwei Monate nach Kissingers Besuch trat Saakaschwili in Aktion und

verhaftete die vier russischen Offiziere. Es gibt kaum Zweifel, daß

Washington hinter dem Zwischenfall steckt.

 

 

 

Um die wachsende Spannung zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus zu

begreifen, muß man verstehen, welchen Platz Rußland in der neokonservativen

Kosmologie abhängiger Staaten einnimmt. Die National Security Strategy (NSS,

="Nationale Sicherheits-Strategie") gibt uns eine Vorstellung davon, wo Bush

und Co. Rußland in ihrer imperialen Ordnung einfügen.

 

 

 

Sie sagt aus: (Rußland muß) "verstehen, daß Annäherungen an den Kalten Krieg

nicht seinem nationalen Interesse dient und daß die strategischen Interessen

Rußlands und Amerikas sich in vielen Gebieten überlappen... Wir erleichtern

Rußlands Beitritt zur Welthandelsorganisation um nutzbringenden Handel und

Investmentbeziehungen zu fördern. Wir haben den NATO-Rußland-Rat gegründet

mit dem Ziel, die Zusammenarbeit in Sicherheitsangelegenheiten zwischen

Rußland, unseren europäischen Verbündeten und uns zu vertiefen. Wir werden

weiterhin die Unabhängigkeit und Stabilität der früheren Teilstaaten der

Sowjetunion fördern, in dem Glauben, daß eine prosperierende und stabile

Nachbarschaft Rußlands wachsende Bereitschaft zur Integration in die

Euro-Atlantische Gemeinschaft verstärken wird... Rußlands unausgeglichene

Haltung zu den Grundwerten von freiem Markt und Demokratie und seine

zweifelhafte Geschichte in der Bekämpfung der Weiterverbreitung von

Massenvernichtungswaffen bleiben weiterhin Punkte, die große Besorgnis

erregen."

 

 

 

Seit Abfassung der NSS wurde Rußland (von den Vereinigten Staaten) der

Beitritt zur WTO verwehrt und dafür getadelt, seine Autorität innerhalb

seiner traditionellen Einflußsphäre (Ukraine, Georgien, Weißrußland usw.)

aufrechterhalten zu wollen. Die NSS streicht klar heraus, was erforderlich

ist, um in Bushs "Gnaden" zu bleiben: Die Erlaubnis für die NATO, die

Rußland umgebenden Staaten zu militarisieren, sich den Edikten aus

Washington untertänig zu fügen und die russische Wirtschaft in das von

Amerikanern beherrschte Weltwirtschaftssystem zu integrieren.

 

 

 

Der streng nationalistisch eingestellte Putin hat sich dafür entschieden,

Rußlands Souveränität und Unabhängigkeit zu wahren, was ihn auf

Kollisionskurs zur Bush-Administration brachte.

 

 

 

Das mächtige Council on Foreign Relations (CFR, = "Rat für ausländische

Beziehungen") veröffentlichte kürzlich einen Bericht, der Bush drängte,

"Rußland nicht länger als strategischen Partner zu betrachten." Es

konstatiert ferner, daß "Rußland ein zunehmend autoritärer Staat geworden

ist mit einer Außenpolitik, die sich manchmal im Gegensatz zu den Interessen

der Vereinigten Staaten und deren Verbündeten befindet." (Mitverfasser des

Berichts waren der frühere Senator John Edwards und der Ex-Politiker Jack

Kemp.)

 

 

 

Die Kampflinien wurden bezogen und Rußland wurde auf die sich ständig

erweiternde Liste der Staaten der "Achse des Bösen" gesetzt, deren

Widerborstigkeit sie zu logischen Zielen für US-Interventionen macht. Wir

können den Einsatz einer Vielzahl von Strategien zur Destabilisierung

Rußlands und, letztlich, zu einem Regimewechsel in Moskau erwarten. Die

langfristigen Ziele der Bush-Administration sind schon klar. Sie zielen

darauf ab, die russische Ölindustrie zu privatisieren, den Rubel durch den

Dollar zu ersetzen, Putin aus dem Amt zu entfernen und Rußland davon

abzuhalten, die riesigen Ölreserven des Kaspischen Beckens zu kontrollieren.

Amerikas Erfolg in der Region hängt von seiner Fähigkeit ab, den russischen

Staat zu schwächen, zu zerschlagen oder aufzulösen. Traditionell werden

solche Ziele mittels verdeckter Operationen erreicht, durch das Aufheizen

ethnischer Spannungen, durch militärische Unterstützung für Rebellen (in

Tschetschenien oder wo auch immer) und durch den Aufbau von

Dissidentengruppen, um politischen Aufruhr zu schüren. Wir erwarten auch

hier den Einsatz der genannten Praktiken.

 

 

 

Die Bush-Administration hat große Pläne für Zentralasien. Es ist ein

entscheidender Teil für den andauernden Krieg um die weltweiten Ressourcen.

Die Verhaftung von russischen Offizieren ist nur ein kleines Geplänkel in

einem zweifellos viel größeren und tödlicheren Krieg.

 

 

 

Von "Information Clearing House" genehmigte Übersetzung: Lutz Forster

 

Orignialtext unter http://www.informationclearinghouse.info/article15233.htm

 

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!
 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

   
     
Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.