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Der deutsche Rechtstaat beugt
Recht, seine Geheimdienste werden vom deutschen Steuerzahler bezahlt,
arbeiten aber im Dienst fremder Staaten. Der Rechtsstaat leistet Beihilfe
zu Mord und zur Verdunklung von Straftaten. Die offiziellen Medien in
Deutschland decken das im Gleichschritt - auf Befehl, versteht sich. Das
ist das Ergebnis der Jahre langen Untersuchung des Mordfalls Uwe Barschel
durch den zuvor in vielen staatstragenden Medien bewährten
Journalisten Baentsch (Der Doppelmord an Uwe Barschel). Dieser drückt
nun in Interviews seine Enttäuschung über seine früheren
Arbeitgeber und Kollegen aus, die mehr oder weniger unbewußt
mitspielen. Leider ist dies nicht nur ein bedauernswerter Ausrutscher des
"besten und demokratischsten Rechtsstaates", den die Deutschen je
hatten. Wie Bond 007's Lizenz zum Töten ist auch "die Lizenz zum
Betrügen - nach Prof. Selenz - in unserem Lande schon weit verbreitet.
Schichtenweise sozusagen. In Teilen der deutschen Justiz sind wir
nämlich bereits den entscheidenden Schritt weiter. Quasi legal. Frei
nach dem Motto: Von Bond lernen, heißt siegen lernen. Ein
Bankräuber, der sich seine 10.000 Euro unternehmerisch und mit vollem
körperlichem Einsatz erarbeitet hat und danach erwischt wird, brummt
bis dato sechs Jahre (natürlich ohne Bewährung) - mindestens. Und
die hart erarbeitete Kohle muß er - trotz Geständnis - auch
abliefern. Anders sieht es da bei der Oberschicht aus. Ex-Rewe-Chef
Berninghaus hatte seine Firma um mindestens 21,3 Mio. Euro betrogen. 11
Mio. zahlte er an Rewe zurück. Dafür erhielt er zwei Jahre -
natürlich auf Bewährung. Hatte er nicht schon genug gelitten?
Ex-VW-Vorstand und Kanzlerfreund Peter Hartz veruntreute mehrere Millionen.
Die verjubelte er mit Betriebsräten und leichten Mädchen in den
Puffs von Rio und Goa. Den Schaden soll eine Bordell-Versicherung zahlen.
Nachdem er zugegeben hatte, was eh nicht mehr zu verheimlichen war - und
was Braunschweiger Staatsanwälte, ohne tätig zu werden, zum Teil
schon seit Jahren wußten - kann er nun mit Bewährung rechnen.
Der Arme habe doch so gelitten. Das sei Strafe genug.
Ex-Mannesman-Chef Esser darf seine 30 Mio. Euro sogar behalten. Der BGH
stufte sein Verhalten zwar als Untreue ein. Ungerührt davon macht die
Staatsanwaltschaft Düsseldorf nun einen Deal mit den Verteidigern.
Esser zahlt danach 1,5 Mio. Euro Buße. Das sind rund 5 Prozent der
nach dem Urteil des BGH veruntreuten Summe - und er ist alle Sorgen los,
ist noch nicht einmal vorbestraft! Ähnlich Finanzgenie Ackermann. Die
Justiz in Düsseldorf ist erbost über die Kritik an ihrem Urteil
aus dem Volk und selbst aus den sonst so hörigen "stets kritischen
Medien". Das dumme Volk will offensichtlich nicht den Unterschied zwischen
großem und kleinem Geld verstehen, wo man doch selbst in den
Naturwissenschaften erkannt hat, daß im Makrokosmos andere Gesetze
herrschen als im Mikrokosmos. Das Volk hat andere Sorgen, es sorgt
sich um "mein Geld". Dabei kommt es bekanntlich weniger auf den Euro an,
der ja nur ein Derivat des Dollars ist. Ob die zuversichtlichen Worte des
FED Chef Bernanke's vor der Nationalen italienisch-amerikanischen Stiftung
in New York am 28.11. die Sorgen dämpfen können? Danach sei das
Wirtschaftswachstum abgesehen von der Wohnungswirtschaft und
Automobilindustrie "solide". Auch bei uns überschlagen sich die Medien
in Lobreden auf positive Entwicklung der Wirtschaft kurz vor der
drastischen Mehrwertsteuererhöhung, von der aber kaum einer etwas
spürt. Da wie dort gehen die Entlassungen weiter, weil es an
Investitionen für Arbeitsplätze fehlt, um einer schwindenden
zahlungsfähigen Nachfrage ansonsten dringend gewünschte Produkte
anbieten zu können. Dabei gab der westliche Geldpapst zu, daß
die Abschwächung sich wie erwartet noch etwas fortsetzt wird.
Dafür "stabilisiere sich der Immobilienmarkt wieder" und so weiter.
Auch Greenspan verließ das Tiefkühlfach, um auf einer
Investorenkonferenz bei der Ramsey Group Inc. zu tönen, "auf den
Immobilienmärkten ist das Schlimmste vorüber" (Wall Street
Journal und Financial Times vom 29.11.2006). Man wird sehen. Die
gleichen Zeitungen bemerkten, daß der Dollar am 29.11. weiter auf die
Steilwand zu rutschte, zwar nicht mehr gegenüber dem Euro, der rutscht
mit, sondern gegenüber Yen, Pfund und Gold. Das American Enterprise
Institut freute sich darüber: "Das ist ein gutes und kein schlechtes
Zeichen" meinte sein Ökonom Desmond Lachman und Fred Bergsten vom
International Institute of Economy meinte, es "müßten 20% sein",
denn das würde die US-Exporte substantiell steigen lassen. Doch die
Entlassungen in der Autoindustrie gehen weiter, der Immobilienmarkt rutscht
weiter ab, der Verkauf von Wohnungen ging im Oktober (nach Aussagen des
US-Commerce Departement) gegenüber dem Vorjahr um 25,4% zurück,
im Nordosten der USA sogar um 39%. Etwa die Hälfte, nämlich
38.000 der Arbeiter bei Ford verlieren zum 1. Januar 2007 ihren
Arbeitsplatz. 30.000 erhalten eine Abfindung, 8.000 ließen sich auf
andere "Deals" ein. Geplant sind 45.000 Entlassungen. Bei General Motors
traf es bisher "nur" 34,400 Gewerkschaftsmitglieder. (Medienberichte in den
USA am 29.11.2006). Und die Geldentwertung? Die FED hatte die
M3-Geldmenge, die in den USA aus gutem Grund nicht mehr veröffentlicht
wird und die man nur noch über "Beziehungen" erfährt, in diesem
Jahr angeblich um 11% erhöht. Das also war der Grund für den
"erwarteten" Wertverlust des Dollars um 20% - ein kaltblütig geplanter
Diebstahl der FED an US-Bürgern, und an denen, die immer noch Dollars
im Portefeuille führen, d.h. am "Rest der Welt". Seltsam dagegen,
daß sich China von der Asian Development Bank (nach Aussagen der
Bank) 300 Mio. Dollar auslieh, um seine Ost-West Eisenbahnlinie zwischen
Shanxi und Ningyia Hui zu finanzieren. Warum machen die Chinesen dafür
nicht ihre über eine Billion US-Schatzanleihen flüssig - oder
handelt es sich auch hierbei um gekonnte chinesische Diplomatie, oder gar
mehr? Vielleicht soll die gestärkte Asian Development Bank das
Instrument einer eigenen asiatischen Finanzarchitektur werden, durch das
sich der aufstrebende Kontinent von der FED und dem abrutschenden Dollar
unabhängig machen will. Irgend etwas müssen sich die Tiger- und
Öl-Staaten doch einfallen lassen, um ihre Wirtschaft aus der
westlichen Schlittenbahn zu steuern, um von selbst erzeugten Gütern
statt wertlosen Dollar zu leben. Bloße Spekulation? Einen
Hinweis gibt es. Man konnte in der chinesischen Volkszeitung am 24.
November Auszüge einer Rede von Prof. Liu Yingqiu, dem
Vizepräsident des Graduierten Instituts bei der Chinesischen Akademie
der Sozialwissenschaften lesen. Liu behauptete: "China gilt als Fabrik der
Welt [...] Aber es verfügt bisher noch nicht über industrielle
Macht. Der von China erwirtschaftete Mehrwert ist relativ gering [...] Wir
haben eine neue Industrialisierungsstrategie eingeleitet. Wir müssen
unsere Befähigung zu Innovationen verbessern und unsere eigene
Technologie entwickeln. [...] China ist bisher nur ein Montagebetrieb. Erst
wenn die Mehrheit unserer Industrien - nach den Worten des Premierministers
Wen Jiabo - selbstständig einen eigenen intellektuellen Besitzstand
aufgebaut haben, können wir uns als Fabrik der Welt bezeichnen". Er
sprach dann darüber, daß bei Fremdinvestitionen der eigentliche
Nutzen der Arbeit mit den hergestellten Gütern im Ausland
verschwindet. Das liege an den zu niedrigen Löhnen. Wenn sich das
Lohnniveau ändere, verschwände auch die Konkurrenzfähigkeit
der chinesischen Wirtschaft auf dem Weltmarkt. Klare Worte und ein
klares Anzeichen dafür, daß man das ändern will. Das aber
setzt neue Märkte und andere Zahlungsmittel voraus. Daß
sich hier etwas ändert, spürt man in den USA. Nach New York Times
vom 30.11. seien die Verkäufe bei Wal Mart, dem Verkäufer
chinesischer Billigimporte zum ersten Mal seit Jahrzehnten
rückläufig. Das mag zwei Gründe haben. Erstens können
sich die "einfachen" Amerikaner (etwa 80%) selbst den billigen Ramsch aus
China nicht mehr leisten und zweitens will sich China vom Lohnsklaven
für billige Ramschprodukte zum selbständigen Industrieproduzenten
entwickeln. Sicherlich ein weiter Weg. Doch einmal wird er eingeschlagen
und dazu sind als erstes finanztechnische Weichen zu stellen. Es
tut sich etwas in der Welt, vor allem in der Dritten. Nicht nur ist in
Ecuador ein weiterer Dominostein gefallen. Die USA empören sich über
die Entwicklung in Afrika, nachdem sich am 3. November 48 der 53
afrikanischen Regierungsoberhäupter in Peking mit ihren Chinesischen
Kollegen über wirtschaftliche und politische Fragen verständig
haben. "China geht es fast ausschließlich um Wirtschaftsinteressen",
beruhigte Referatsleiterin für Afrika im US Außenministerium
Jendayl FrazerI auf dem jüngsten Treffen des American Enterprise
Institute. Sie glaube nicht, daß "Chinas Interesse an Afrika in
direkter Konkurrenz zu den USA stünden". Walter Kansteiner von der
Scowcroft Group verwies beim gleichen Seminar warnend auf das
unverhältnismäßig starke Anwachsen des Güteraustauschs
zwischen Afrika und China von 10 Mrd. US-Dollar im Jahr 2000 auf über
40 Mrd. US$ in diesem - mit einem Marktanteil von 6,8% gegen über dem
der USA von 5,8%. Natürlich geht es dabei um die Erschließung
von Rohstoffen dieses an Mineralien so reichen, wegen der plumpen
westlichen Ausbeutung aber so armen Erdteils. China hat allein im Sudan 3
Mrd. Dollar in die Erdölexploration und Produktion investiert - der
Hauptgrund für westliche Krokodilstränen über Dafur und den
Versuch dort - wie im Irak - mit Truppen zu intervenieren.
Vizepräsident Cheney weiß, weshalb er Krieg braucht und er bei
seinem Besuch ein Bündnis zwischen USA Israel und den Sunnitischen
Ländern schmieden wollte, um Sunniten gegen Schiiten auszuspielen
("and by that way let them kill as many as possible" seligen Angedenkens an
Trumans Rede vor dem US Kongreß im Jahr 1941). Die Sunniten werden
zumeist von mittelalterlichen Feudalherren oder - wie in Ägypten - von
Cliquen autokratisch regiert. Doch selbst diese Herren wissen noch, was
ihre Bevölkerung von einem solchen Bündnis und Vorgehen halten
wird. Das "geheime" Memo von Sicherheitsberater Stephen J. Hadley, das die
NYT am 29. November veröffentlichte, drückt eben diese Absicht
unmißverständlich aus. Es führte zum Rücktritt von 30
schiitischen Abgeordneten und sechs Regierungsmitgliedern von der
US-Demokratieschaubühne im Irak und dazu, daß ihr Regierungschef
Maliki das vereinbarte Treffen mit US-Präsident Bush abrupt absagte.
Am gleichen Tag warnte der Malaysische Premier Abdullah A. Badawi vor der
UNO "Das Vorgehen des Westens gegen den Islam ist eine der
größten Bedrohungen der internationalen Stabilität der
Weltgeschichte. Die muslimische Welt erkennt in der Unterdrückung der
Palästinenser, dem Überfall auf Afghanistan, der Eroberung des
Irak und der Zerstörung des Libanon die Verabredung (wörtlich
"complicity") zur Erniedrigung der muslimischen Länder. Muslime erkennen
in der Weigerung des christlichen Westens, den Islam als eigene
Lebensweise anzuerkennen Zeichen der Intoleranz und Arroganz". Badawi steht
zur Zeit der muslimischen Weltkonferenz vor. Und selbst Ehud Olmert erhofft
sich nach Ha'aretz vom 29.11. von Cheneys Bemühungen wenig Erfolg.
Die Arroganz der verlogenen Macht neigt sich ihrem Ende zu. Was an ihr
"christlich" sein soll, ist fraglich, handelt es sich doch dabei um reines
Dollartum. Wie sagte doch Jesus nicht gleich? "Wer zum Schwert greift, wird
durch das Schwert umkommen". Bedauernswert sind dabei nur die wenigen
Widerspenstigen, die zusammen mit den notorischen Wegsehern leiden
werden.
Wer die Wahrheit nicht weiß, der
ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine
Lüge nennt, der ist ein Verbrecher! Bertolt Brecht
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