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April 2007 Info von:   home
Schule und Reinhard May
   

Die Zahl der Familien die ihre Kinder lieber selber zu Hause unterrichten nimmt auch in Südbaden zu. Wir sind eine davon. Der Hausunterricht (auf neudeutsch: homeschooling) war auch in Deutschland bis zur 1938 legal und normal, so wie auch heute noch in  ganz EU Europa und der übrigen zivilisierten Welt.
Die aufgrund der etwas undurchsichtigen Rechtslage in Deutschland auf  Daheimschulfamilien zukommenden Probleme, werden durch die Vorteile mehr als ausgeglichen.
Die Absicht dieser Seiten ist es nicht  die vielen Informationen zum Thema "homeschooling" die es auch im deutschsprachigen Teil des Internets schon gibt zu duplizieren, sondern auffindbar für diejenigen in geographischer Nähe zu sein, die sich etwas besseres für ihre Kinder und ihre Familien vorstellen können als ein  zunehmend einseitig  ideologisiertes  und problembeladenens öffentliches Schulsystem.

Der nachfolgende Liedtext von Reinhard Mey legt nahe, daß es nicht nur im christlichen Lager zu Problemen führt, sondern gegen die Natur ist, wenn das -natürliche Recht- seine eigenen Kinder zu erziehen, zunehmend von"Vater" Staat unterwandert wird.

Songtext: Reinhard Mey - Faust In Der Hand
Aus dem Album:  Rüm Hart

Als ich an diesem Morgen mit ihm vor dem Schulhaus stand,
Unter dem Arm die grosse bunte Tüte,
Da spürt' ich seine kleine, heisse Faust in meiner Hand
Und wusste, dass er ahnte, was ihm blühte.
Mein erster Schultag endete in einem Tränenmeer,
Doch hatte ich nie vor ihm davon gesprochen -
Wie wurde schon am ersten Tag mein Ranzen mir so schwer -
Doch schlau hatte er den Braten längst gerochen.
Und als die anderen Kinder mit der Lehrerin fortgingen,
Hab' ich seine Verzweiflung und Verlassenheit gespürt
Und musst' ihn flehend, bittend dennoch in die Klasse bringen
Und fühlte mich, wie wenn man ein Kälbchen zur Schlachtbank führt.

Es gab nur Liebe und Versteh'n, gab nur Freiheit bislang,
Und nun droh'n Misserfolge und Versagen.
Der Wissensdurst versiegt unter Bevormundung und Zwang,
Die Gängelei erstickt die Lust am Fragen.
Die Schule macht sich kleine graue Kinder, blass und brav,
Die funktionier'n und nicht infragestellen,
Wer aufmuckt, wer da querdenkt, der ist schnell das schwarze Schaf.
Sie wollen Mitläufer, keine Rebellen,
Ja-Sager wollen sie, die sich stromlinienförmig ducken,
Die ihren Trott nicht stör'n durch unplanmäss'ge Phantasie,
Und keine Freigeister, die ihnen in die Karten gucken
Und die vielleicht schon ein Kapitel weiter sind als sie.

Wie oft bist du in all den Jahren aus dem grauen Tor
Bemäkelt und getadelt rausgekommen,
Wie oft habe ich ahnungsvoll und stillschweigend davor
Den Delinquenten in den Arm genommen!
Wie oft hab' ich den Spruch gehört: Ihr Sohn hat nur geträumt,
Ihr Sohn hat mit Papierfitzeln geschossen,
Ihr Sohn hat trotz Ermahnung seinen Platz nicht aufgeräumt,
Ihr Sohn hat sein Tuschwasser ausgegossen!
Und nie: Ihr Sohn ist vor der ganzen Klasse aufgestanden
Für einen, den sie peinigten und quälten bis auf's Blut!
In dieser Welt kommen uns die wahren Werte abhanden,
In dieser Schule gibt es kein Fach Menschlichkeit und Mut.

Manchmal wünscht' ich, wir wär'n an diesem Tag nicht mitgegangen
Und lieber, wie im Kinderlied, zu Doc David nach Fabuland.
Du hättest nicht nochmal an jener Stelle angefangen,
Wo ich schon einmal stand - die Faust in meines Vaters Hand!

 

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