|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Interview mit Melissas Eltern
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Sag mir, wo Du bist. Zum Erlanger Fall Der Fall der Erlanger Familie Busekros, deren älteste Tochter Melissa Amina in die Psychiatrie einer Nürnberger Klinik zwangseinge-wiesen wurde, hat inzwischen international Beachtung gefunden. Auf Anfrage bei Melissas Eltern kam dieses Interview zustande. Stefan Sedlaczek: Wie geht es ihrer Tochter? Hubert Busekros: Am Anfang kam sie mit der Situation am besten zurecht, doch nun nagt die Einsamkeit und völlige Isolierung an ih-rem Gemüt. Sie erhält keine Post und hat nu eine Stunde am Abend Besuch. Stefan Sedlaczek: Probleme an der Schule führten dazu, daß sie Ihre Tochter nach Hau-se zum Unterricht nahmen. Welche Probleme waren das und gab es Vorschläge der Schule, wie die Probleme hätten anderweitig gelöst werden können? Hubert Busekros: Von Anfang an war die un-ruhige Klasse ein Problem, in der 7ten Klasse kam ein Lehrerwechsel in Mathematik, der dazu führte, daß sie in nahezu allen Fächern schlechter wurde. Stefan Sedlaczek: Warum waren sie gegen das Sitzenbleiben? Wurde eine Nachprüfung vor-genommen? Hubert Busekros: Wiederholen ist verlorene Zeit, die neue Klasse war zudem noch unru-higer und die Klassenlehrerin war genau die Lehrerin, mit der sich unsere Tochter am we-nigsten verstand. Nachprüfungen wurden vorgenommen aber nicht bestanden. Stefan Sedlaczek: Das deutsche Grundgesetz gewährt umfassende Elternrechte und das Bürgerliche Gesetzbuch sogar das Aufent-haltsbestimmungsrecht der Eltern für ihre Kinder. Trotzdem herrscht in Deutschland Schulpflicht und Schulzwang. Was ist Ihre Vermutung, warum dies so ist und wie be-gründet ihre Familie das Recht, diese Dinge selbst zu entscheiden? Hubert Busekros: Es geht um Macht, bei Kin-dern geht es zudem um die Zukunft, die man mitgestalen will. Daher besteht man auf staatlicher Vorherrschaft, in einem freien Land wie es durch das GG garantiert ist, darf so ewas nicht sein. So wie das auch Prof. Dr.Fritz Ossenbühl ausgearbeitet hat ( http://www.homeschooling.de/elternrecht. htm ). Den Behörden ging auch bei uns immer nur um die Verfügungsgewalt über die Kinder und so sieht das bisherige Ergebnis jetzt auch aus. Stefan Sedlaczek: Sehr viele Kinder, Eltern und auch Lehrer sind unzufrieden mit dem Schulsystem. Alle ihre anderen Kinder besu-chen eine Schule. Sind sie dort mit der Schule zufrieden oder versagt Schule nur, wenn es spezielle oder individuelle Probleme gibt? Hubert Brusekros: Zufrieden kann man nicht sagen, alle Kinder haben schon Gewalt er-leiden müssen, aber sie kamen bisher zu-recht und haben natürlich nun auch Angst zum Hausunterricht zu wechseln. Stefan Sedlaczek: Die Ausführungen des Ge-richts zum Auslandsaufenthalt sind delikat und erinnern ein wenig an die Situation im ersten deutschen Arbeiter- und Bauernpara-dies. War Melissa eigentlich schon im Aus-land, als die gerichtliche Vorladung kam? Hubert Busekros: Da der jeweilige Aufenthalt die Gerichte sehr beschäftigt hat, will ich hierzu keine weiteren Angaben machen. Da muß ich mich auch nicht rechtfertigen. Stefan Sedlaczek: Unser staatsmonopolisti-sches Gerichtswesen ist natürlich eine Belei-digung für jeden erwachsenen Menschen. Wie hätten Sie sich eine Zusammenarbeit, wie eine Lösung gewünscht? Hubert Busekros: Gerne hätten wir Vorschlä-ge, Hilfe und Unterstützung angenommen, aber auf Anfragen erhielten wir nur Bevor-mundung, die schon despotisch diktatorische Züge trug. Stefan Sedlaczek: Was hat sie so unbeugsam sein lassen? Haben Freunde, Bekannte und Verwandte niemals zu Kompromissen gera-ten? Hubert Busekros: Die Uneinsichtigkeit staatli-cher Stellen in das vorrangige Erziehungs-recht der Eltern hat mich sehr bestürzt, aber auch fest und unnachgiebig gemacht. Beson-ders schwer war es, wenn nahe stehende Per-sonen dafür kein Verständnis oder nur Angst hatten. Stefan Sedlaczek: Ihre Nachbarn nehmen Sie öffentlich in Schutz. Auch diese Rechnung der Amtsträger, die womöglich bewußt auf Stigmatisierung setzte, ist nicht aufgegangen. Was sagt ihr Arbeitgeber, was sagen Ihre Vor-gesetzten und Kollegen zum Vorfall und zu ihrer grundsätzlichen Haltung? Hubert Busekros: Die Meinungen gehen da auch sehr weit auseinander. Stefan Sedlaczek: Sie haben sich sehr un-beugsam gezeigt, sich aber nicht physisch gegen die Verschleppung ihrer Tochter ge-wehrt. Warum nicht? Sollten sich Eltern mit angeblich „schulpflichtigen“ Kindern besser bewaffnen und ein Fluchtauto parken? Hubert Buseko: Bei 15 Polizisten hatte ich meine physischen Möglichkeiten schnell durchgerechnet. ;-) Nach meiner Bundes-wehrzeit hatte ich nie wieder eine Waffe in der Hand, außer dem Brotmesser, aber das habe ich für etwas anderes gebraucht ;-) Stefan Sedlaczek: Sie haben Ihre Tochter zu-hause unterrichtet. Bei sechs Kindern stelle ich mir das schwierig vor. Wie haben sie das geschafft? Hubert Busekros: Hausschule heißt auch ei-genständig Lernen, nicht alles präsentiert be-kommen, sondern selber erarbeiten. Stefan Sedlaczek: Gelang es ihnen, die Ursa-chen für die schlechten Noten in der Schule festzustellen und haben sie den Leistungs-stand heben können? Hubert Busekros: Das kann ich momentan noch nicht vergleichen, da wir stark vom Lehrplan abgewichen sind. Stefan Sedlaczek: Freies Lernen erfolgt natür-lich nicht nach amtlichen Lehrplänen, sondern hat seine eigene Dynamik. Wurden seitens des Gerichtes, des Jugendamtes oder des Gutachters detaillierte Defizite artikuliert und wurden sie über dort beabsichtigte Maßnah-men informiert? Hubert Busekros: In dieser Übergriffsituation hat man sehr viele Defizite festgestellt. Er-wachsene können in solch einer Situation so-gar das Stottern anfangen. Das „Gutachten“ haben wir bis heute nicht erhalten. Es wurde uns auch nicht mitgeteilt, welche „akute Kin-deswohlgefährdung“ vorlag, offenbar wollte man einfach nur mal so schauen. Es wurde eine Schulphobie „diagnostiziert“. Das hat nichts mit Schule zu tun, sondern stellt eine „Freiheitsangst“ dar, die man sicherlich the-rapieren sollte, wenn ein 25-jähriger ohne medizinische Indikation immer noch von den Eltern gefüttert wird, aber sicherlich nicht bei einer 14jährigen, die allein nach Australien geht. Durch die „Therapiemaßnahme“ soll das schützende Elternhaus ausgeschaltet werden, um die Kinder nach Belieben manipulieren zu können. Stefan Sedlaczek: Hat sie die Psychiatrische Klinik über Therapiemaßnahmen und Medi-kamentierung informiert? Hubert Busekros: Nein, denn sie haben ja auch nichts in der Hand, obwohl unser Haus immerhin mindestens zwei Monate observiert wurde und noch immer keine „akute Kindes-wohlgefährdung“ vorliegt. Stefan Sedlaczek: Wie stehen die Aussichten, daß Sie ihr Sorgerecht für ihre älteste Tochter auch wieder von Amts wegen zugesprochen bekommen? Hubert Busekros: Das OLG Nürnberg hat Ver-fahrensfehler festgestellt, die hoffentlich zuFreilassung führen. Stefan Sedlaczek: Wann haben Sie Ihre Toch-ter das letzte Mal gesehen und gesprochen? Besteht die Aussicht, daß Sie diese bald wie-der im Familienkreis zuhause aufnehmen können? Hubert Busekros: Am Donnerstag, Freitag und heute (10.02.2007) ist meine Frau mit einer Freundin aus München zu Besuch. Wir sind zuversichtlich, daß dieser Skandal für uns ein schnelles Ende findet. Haben Sie und Ihre Familie Dank für dieses Interview. Die ganze Redaktion wünscht ihnen allen schnellstmöglich das Bestmögliche. Die Presseerklärung des Stadtjugendamtes Erlangen finden Sie hier .
Solidaritäts-Fonds für Familien, die wegen Homeschooling verfolgt werden Dieser Fonds dient dazu, Eltern zu unterstützen, die - insbesondere in Deutschland - gesetzlich verfolgt werden, weil sie sich um eine kindgerech-te Bildung ihrer Kinder bemühen. Verwendung der Mittel:
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||