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In den USA platzt die Spekulationsblase
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In den USA platzt die Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt. Der Crash bedroht Banken, Börsen und die auf Pump begründete Konjunktur
Die Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt läßt nicht nur heftig Luft ab, sondern droht sogar mit lautem Knall zu platzen. Auch unter den Schwergewichten des US-Finanzkapitals gibt es erste Opfer. Mit New Century Financial wurde vergangene Woche der zweitgrößte Hypothekenanbieter im sogenannten Subprime-Bereich vom Handel an der New Yorker Börse ausgeschlossen. Seit Jahresbeginn war dessen Kurs um 95 Prozent eingebrochen. New Century hatte sich auf die Vergabe von Hypotheken an Häuslebauer mit schlechter Bonität spezialisiert. Die Bank war damit Teil jener gigantischen Konsumbeschleunigungsmaschine, die die US-Volkswirtschaft zum größten Risikofaktor macht. Das Prinzip war so einfach wie irre: Immobilien wurden landesweit zu Phantasiepreisen bewertet. Diese stiegen in der langen Boomphase achtmal schneller als die Einkommen. Auf diese »Werte« gaben Banken bereitwillig Hypothekendarlehen. Die Hausbesitzer verjubelten das Geld – nicht ohne die Kredite vorher noch umzuschulden, damit sie in den Genuß günstigerer Zinsraten kamen. Allein das Volumen der Hypothekendarlehen ist abenteuerlich: 13 Billionen US-Dollar Schulden liegen auf den Grundstücken und Häusern der Vereinigten Staaten. Fast 90 Prozent der Immobilien sind belastet durch diese Art der Geldvermehrung auf Phantasiebasis. So belief sich das Volumen der nur aus Umschuldungen der Hypothekenkredite generierten Geldmenge seit 1999 auf unglaubliche 2,6 Billionen Dollar Das Ganze ist ein riesiges Schneeballsystem: Immobilienblase und Konsumentenkredite »kurbelten« die US-Wirtschaft an. »Wachstumsraten« von drei bis vier Prozent jährlich waren Standard. Das stabilisierte zwar den potentiell größten Wackelkanditaten des Weltwährungssystems, den US-Dollar, machte ihn allerdings auch abhängiger vom Verhalten derjenigen, die das US-Wirtschaftswunder mit Waren und Dienstleistungen kreditierten. Das sind vor allem China, Japan und auch Deutschland. Deren Exporte waren das Futter für den Konsummoloch Nordamerika. Unter dem Strich wurden in den USA wenig Werte geschaffen, dafür umso mehr Schulden angehäuft – ausgewiesen durch gewaltige Defizite in Handels-und Leistungsbilanz. Doch seit September 2006 fallen die Immobilienpreise. Lawinenartig nahmen Zwangsvollstreckungen zu und ließen die Träume vieler Hausbesitzer platzen. Logischerweise platzten damit auch die »Geschäftsideen« zahlreicher Hypothekenanbieter. Immer mehr davon gerieten in finanzielle Schieflage. 32 kleinere und mittlere Banken, wie ResMae oder Fremont General sind schon pleite gegangen. Neben New Century gelten über 20 weitere Finanzdienstleister im Subprime-Sektor als vom Konkurs bedroht. Doch mit der Krise von New Century hat sich das Einsturztempo des »Lügengebäudes« US-Wirtschaft beschleunigt (die Subprime-Kredite werden umgangssprachlich als »liar’s loan«, als »Lügendarlehen« bezeichnet). Zu den Gläubigern der Bank zählt die Creme des Finanzkapitals wie Morgan Stanley, Bank of America, Goldman Sachs und UBS. Dann meldete mit Accredited Home Lenders Holding ein weiterer Hypothekenanbieter Liquiditätsprobleme. Dessen Aktienkurs brach daraufhin um über 60 Prozent ein. Goldman Sachs schätzt, daß in diesem Jahr 200000 Häuser weniger gebaut werden als 2006 – ein Rückgang um 20 Prozent. Viele private Spekulanten – als »Flipper« bezeichnete Mitglieder der US-Mittelschicht – werden ihre Immobilien nun verstärkt auf den Markt werfen, die sie in der Hoffnung auf steigende Immobilienpreise noch gehalten hatten. Nach Schätzungen des Finanzdienstleisters CreditSight könnten 500000 zusätzliche Häuser zum Verkauf stehen; auf dem Markt wartenschon über vier Millionen auf einen neuen Besitzer. Für dieses Jahr wird zudem eine Zunahme der Zwangsvollstreckungen auf 1,5 Millionen prognostiziert. »Ich will nicht allzu kompliziert klingen, aber 2007 wird beschissen werden. Alle zwölf Monate des Jahres«, so der Ausblick von Donald J. Tomitz, Vorstandsvorsitzender des größten US-Hausbauers D.R. Horton. Chinesen und Japaner besitzen Billionen von Dollar, hauptsächlich in Form von US-Staatsanleihen – der Ernte ihrer Exportüberschüsse. Was werden sie tun, wenn der Dollar dramatisch an Wert verliert? |
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