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Will ich oder bin ich?
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Wir leben in einer Zeit in der ziemlich alles auf Fortschritt, Wachstum und Weiterentwicklung programmiert wird. Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Anerkennung, mehr Konsum, mehr neue Reize, mehr Individualität, mehr Freiheiten, mehr Kontrolle, mehr Sicherheit, mehr Information, mehr Gewinne, mehr Nutzen, mehr Wirtschaftswachstum, mehr Macht, mehr Unabhängigkeit... alles was uns so gefällt sollte mehr sein. Alles was uns nicht gefällt sollte weniger werden oder besser gleich ganz verschwinden.
Der Preis dieser Denkweise ist die Angst vor Versagen, seelischer Leere und klassische Versklavung an die Zukunft. Denn das Mehr hat kein Ende.
Warum tun wir das?
Geklärt ist das mit der Beantwortung einer Frage:
Will ich oder bin ich?
Jedes "ich will" ist das Eingeständnis eines Mangels!
Will ich glücklich leben erkläre ich damit gleichzeitig dass ich nicht glücklich bin. Ich habe eine allgemein zugängliche menschliche Wahrnehmung von der Gegenwart in die Zukunft verschoben und fühle mich dadurch logischer weise unvollständig.
Jedes "ich bin" ist das Eingeständnis der Fülle!
Bin ich glücklich kenne ich den Grund dafür: Ich bin Wunschlos!
Erkenne ich dass alles immer vorhanden ist werde ich achtsam und korrekt damit umgehen und so das Gefühl der Ganzheit in meinem Leben dauerhaft erhalten.
Auch wenn ich sage " Ich bin unglücklich, arm, dumm, hilflos, krank, schuldig... " bin ich im geistigen Besitz dieser Wahrnehmungen und kann damit machen was ich will. Ich kann ihn aufgeben, behalten, kultivieren, pflegen, verschenken, zur Bearbeitung an Fachleute (Lehrer, Heiler, Richter) übergeben oder einfach liegen lassen. Ich kann meine Zustände akzeptieren und zuschauen wie sie sich verändern. Kein Mensch kann ausschließlich unglücklich, arm, dumm oder krank sein.
Anders ist es mit dem Wollen. Es ist sehr wohl möglich ein Leben in anhaltender Bedürftigkeit zu leben - man muß lediglich das Wollen am Leben erhalten um chronischer unzufrieden zu sein.
Ich bevorzuge da her alles zu sein und nichts zu haben. Was ich habe ist lediglich das Werkzeug für das was ich bin. Was ich nicht habe, das benötige ich in meinem der zeitigen Sein nicht.
Ich bin kaufmännisch selbständig - da zu bedarf es Engagement, Verantwortung, betriebswirtschaftliches und branchenkundiges Wissen, Geld und Kontrolle. Bin ich gerne selbständig werde ich automatisch besser werden (nur Übung macht schließlich den Meister); ich werde achtsam und korrekt mit allen Bestandteilen - Mitarbeiter, Kunden, Partner, Geld, gesetzlichen Rahmenbedingungen... - umgehen, denn ich weiß, dass ich nur zeitbedingt die Verwaltung dafür habe. Alles was einen Anfang hat hat auch ein Ende! Jedes Ende ist der Samen eines neuen Anfanges und jeder Samen treibt seine eigene Art wieder neu aus. Wird etwas erfolgreich beendet ist der Samen des Erfolges gelegt. Ist das Ende Frieden ist der Samen des Friedens gelegt...
So ist das Ziel der Reise nicht MEHR sondern ein gutes Ende!
Nur das was ist ist die Wahrheit und hat auch seine Wirkung (logische Konsequenzen)!
Die Beschäftigung mit nicht Vorhandenem macht Stress.
Niemand kann einen zukünftigen Muskel bewegen! Darum gehen die Nervenimpulse ins Leere (darum fühlt man sich auch leer und frustriert, wenn man binnen 72 Stunden keine realen Ergebnisse erreicht!)
Lassen wir wieder alles auf seinen Platz. Respektieren wir wieder einmal den Besitzer des Seins! Wem gehört das was wir in Verwendung haben?
Unseren Körper, unsere Talente, unsere Fähigkeiten, unsere Erfahrungen und unsere Erfolge wurden uns nur geschenkt um sie zu erleben und wieder weiter zu geben.
Es ist nicht unser Planet, nicht unsere Luft, nicht unser Wasser, nicht unsere Erde, nicht unser Geld und nicht unsere Macht und Geheimnis, wie alles funktioniert. Wir sind lediglich die Nutznießer, die Verwalter, das Auge, durch dass sich dieses Wunders, dass wir Leben nennen zu erkennen gibt.
In diesem Sinne liebe ich all meine Erinnerung mit dem sicheren Gefühl: dass alles sinnvoll, wichtig und gut war - und hoffentlich auch anderen Nutzen brachten!
Nach dem Motto: Jeder Mensch beglückt mich. Der eine wenn er wieder kommt, der andere wenn er wieder geht.
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