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08.2007 Spatzseite Info von:  Spatzseite
Längst überfällig - Die Sonne bringt es an den Tag

Kohlepfennig, Notgroschen Berlin, wer kennt das noch? Mit dem einen sollte die Hauptenergiequelle im Land, mit dem anderen die in der DDR eingeschlossene Stadt unterstützt werden. Was mit dem Geld tatsächlich geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. Jetzt plant die Regierung in Berlin etwas Ähnliches. Der FAZ waren (laut Ausgabe vom 11. Juli) die Eckpunkte eines "Integrierten Klima und Energieprogramms" der Regierung zugespielt worden. Danach soll dem Bundesbürger in Zukunft ein "Klima-Cent" abgenommen werden, sobald er Strom, Gas oder Öl verbraucht.

Das sind nicht die einzigen Gemeinheiten, die man sich in Berlin ausdenkt. Hauseigentümer sollen gezwungen werden, ihre Außenwände zu isolieren. Isolation, die "Kochkiste" der Nachkriegszeit, war unter gegebenen Bedingungen eine gute Sache. Ein Haus ist aber keine Kochkiste. Hauswände können unter der Isolation nicht genügend ausdampfen. Mit zunehmender Feuchtigkeit verlieren Wände mehr Wärme als ihre Isolation zurückhält und dazu leidet das Mauerwerk. Doch die Chemische Industrie soll verdienen. Außerdem sorgt das zunehmend feuchtere Mauerwerk für einen rascheren Zerfall der Gebäude und "sichert so Arbeitplätze" beim Wiederaufbau - davon sorgt der Schimmel noch für einen "bevölkerungspolitischen Nebennutzen". Über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) müßte man eingehender reden. Aber ich kenne Betriebe, die die KWK wieder abgeschafft haben, weil die Abstimmung von Wärme- und Strombedarf zu hohe Verluste brachte. Auch über einen "Anschluß- und Benutzungszwang für Nah- und Fernwärmenetze" ließe sich streiten. Wo solche Wärmequellen bestehen, sollte man sie nutzen. Aber auch im Sommer? Und vielleicht läßt sich auf diese Weise eine Obergrenze für Wohnungstemperaturen festlegen. Wenn Ihnen 18°C nicht genügen, haben Sie eben Pech gehabt. Unsere Regierung ist sehr um uns Unmündige besorgt - siehe das Rauchen.

Dann soll die LKW-Maut auf alle Straßen ausgedehnt werden. Das geht die Spediteure an, denkt Otto Normalverbraucher, weil er den Logistikanteil in den Preisen nicht kennt. Auch fahren wir ja nicht nur Autobahn, wenn die Regierung wissen will, wohin wir fahren und wir das Handy nicht dabei haben. Entsprechende Kontrollstationen für LKW helfen da unauffällig auch beim PKW-Verkehr. Wem das egal ist, der spürt die Kosten für diese Installationen ab Januar 2008 an den Benzinpreisen. Ab dann wird die CO2-Erzeugung beim Verbrauch zusätzlich in die KFZ-Belastung eingerechnet.

Mit solchen Maßnahmen will man den CO2-Ausstoß bis 2020 zum Leidwesen der Pflanzen und sicherlich ohne jede Auswirkungen auf das "Klima" um 40% senken. Auch die Öl-Industrie verdient daran: sie wird zwar weniger Öl, dieses aber mit noch höherem Gewinn verkaufen. CO2 soll durch Steigerung der "Energieproduktivität" um jährlich 3% gespart werden, sagte die Kanzlerin auf dem Energiegipfel. Aber meinen Sie wirklich, die heutigen Anlagen sind noch so ineffizient, daß derartige Steigerungen möglich sind? Und: wie lange sparen wir denn schon Energie - auch ohne "Klimazwang". Oder heißt "Energieproduktivität" eigentlich "Entmaterialisierung" von Wirtschaft und Verbrauch?

Entmaterialisierung der Wirtschaft hieße: Ersetzen der Gewinne aus der Güterproduktion durch Spekulationsgewinne. Das hatte bisher schon den marktwirtschaftlichen Nebeneffekt, mit schrumpfendem Güterangebot die Preise so zu steigern, daß die explodierenden spekulativen "Kapitalkosten" (Schachtelverzinsung) bezahlbar bleiben. Auf der Seite des Verbrauchs bedeutet "Entmaterialisierung" so etwas wie: Den Genuß eines Schnitzels durch die einfühlsame Betreuung durch einen Fastenberater zu ersetzen. Das geht so weit, bis man sich auch diesen wegen erhöhter Abgaben und konjunkturbedingter Lohnkostensenkung nicht mehr leisten kann.

Für diese Zwecke legt die Regierung mehrere "Programme" auf, z.B. das 1 Mrd. Euro teure "Klimaschutzförderprogramm" in der Obhut des Umweltministers. Die Kosten soll der "Klima-Cent als Aufschlag auf die Strom- und Heizstoffsteuersätze" decken. Man denkt an 0,1 Cent pro kWh bei Strom und Gas und 1 Cent pro Liter Öl. Legt man den Verbrauch des letzten Jahres zugrunde, wären das 540 Mio. Euro mehr für Strom, rund 1 Mrd. Euro mehr für Gas und 318 Mio. Euro mehr für Heizöl. Weitere Programme, Vorschriften und Abgaben werden diskutiert. Sie laufen alle auf dasselbe hinaus: "Geld her!" Es kostet schon große Mühen, die Volkswirtschaft eines fleißigen Volkes zugrunde zu richten. Doch es gelingt - wie man sieht - nach Kernenergie und Transrapid nun auch noch beim Rest.

Gelockt wird mit Unterstützungsversprechen für diejenigen, die sich jetzt erst "energieeffizientere Geräte" anschaffen oder ihre Betriebe entsprechend umrüsten wollen. Bis Dezember soll das Maßnahmenpaket geschnürt sein und dann werden Sie wissen, weshalb wir eine "Große Koalition" haben. Zur Rechtfertigung erklingt das hohe Lied vom "Klimaschutz" und: "Wer zu spät kommt, den belohnt die Merkel".

Wahrscheinlich wird dieser Sommer - wenn er sich nicht bald gründlich ändert - als einer der kältesten in die Geschichte eingehen. In den Medien wird er - wie die letzten davor - wieder "einer der" wärmsten sein. In den Hochalpen warnt man Bergwanderer wieder vor Lawinen. In Buenos Aires (Argentinien) fällt zum ersten Mal seit 89 Jahren Schnee. Die Nachfrage nach Heizöl schnellt dort (wie auch in Chile) hoch, weil man für dortige Verhältnisse wahnsinnig tiefe Temperaturen mißt. Ähnlich ist es in Südafrika und Neuseeland.

Es wäre jetzt also an der Zeit auf den "Abkühlungseffekt" des CO2 einzuschwenken. An dem ist sogar mehr dran, als am Erwärmungseffekt. Um es nur anzudeuten. Wenn ein CO2-Molekül ein Energiequantum (Photon) aufnimmt, gerät es in heftige Wärmebewegung und stößt, bevor es die Chance hat, das Photon wieder abzustrahlen (um angeblich Boden und Klima zu erwärmen), an 10.000 bis 100.000 inerte Luftmoleküle, die nicht über die Fähigkeit zur Absorption und Re-Emission verfügen. Dabei verliert das Molekül seinen Energieschub an diese und es bleibt ihm nichts, um zu emittieren. Das dadurch erwärmte Luftpaket steigt auf, dehnt sich dabei aus und kühlt adiabatisch ab. In großen Höhen, wo die Luft weniger dicht gepackt ist, findet das CO2-Molekül tatsächlich Gelegenheit wieder ein Photon zu emittieren. Dabei friert es sich steif und wird erst durch den Zusammenstoß mit anderen Luftmolekülen wieder "erwärmt". Das heißt im Grunde, die so genannten Treibhausgase sind ein Thermostat, um die durch Berührung z.B. mit der Erdoberfläche aufgenommene Wärme (Energie) der Luft in großer Höhe wieder los zu werden. Treibhausgase sind demnach das Gegenteil von dem, was uns die Klimahysteriker mit undurchschaubaren Modelrechnungen weismachen wollen. (Naturwissenschaftliche Belege für die These, CO2 trage zur Klimaerwärmung bei, fehlen bisher. Neben Versuchen über das Absorptions- und Emissionsverhalten von CO2 im Labor haben die Modell-Platonisten der Klimazunft bisher nur "Modelle" und "gepfuschte" Korrelationen).

Wer verändert das Klima? Wenn es die Sonne wäre, könnte man dafür kein Geld nehmen. Nun hatten dänische Forscher viele gute Argumente für die hauptsächliche Beteiligung der Sonne am Klimawandel. Diese Argumente wurden, so lange es ging, totgeschwiegen. Nun berichtet Mike Lockwood und Claus Fröhlich in "Recent oppositely directed trends in solar climate forcings and the global mean surface air temperature in: Proceedings oft the Royal Society A doi:10.1098/rspa.2007.1880, die Erwärmung der Atmosphäre habe auf eine Weise zugenommen, die nicht mit Änderungen Sonnenaktivität übereinstimmt. Grüne jubeln auf, "damit scheidet sie als möglicher Grund für jene Erwärmung der Erdatmosphäre aus".

Die Sonnenaktivität zeigt sich in einem breiten Spektrum elektromagnetischer Strahlung. Teile davon mögen seit 1900 zugenommen und nun wieder abgenommen haben. Entscheidend sind aber nur die elektrischen Teilchen des Sonnenwindes, die den Magnetismus in der Heliosphäre, vor allem aber den Magnetismus der Erde verändern. Diese Besonderheit übergehen Loockwood und Fröhlich geschickt und beziehen sich nur auf Schwankungen des Sonnenlichts im Allgemeinen und über größere Zeiträume. Daraus ließen sich dann schon fehlende Korrelationen errechnen und den Grünen und den Abzocker benötigte "Argumente" liefern. Anders sahen es Haigh, J.D. & H.K. Roscoe, "Solar effects on climate: the link between the stratosphere and troposphere", in: "Meteorologische Zeitschrift" (2006). Ihr Index, der "solar-cycle x QBO", faßt alle Sonnenwirkungen mit Bezug auf die verschiedene Erdatmosphäreschichten zusammen, und schon zeigt sich eine recht gute Korrelation mit den Schwankungen der Durchschnittstemperaturen. Wem soll der wenig interessierte Laie folgen? Natürlich den lautesten, das heißt dem Medien-Megaphon.

Allerdings sollte selbst die Zusammenfassung von Loockwood und Fröhlich zu denken geben: "Es gibt erheblichen Beweise für den Sonneneinfluß auf das vorindustrielle Klima der Erde, und die Sonne kann gut ein Faktor beim postindustriellen Klimawechsel in der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert gewesen sein. Hier zeigen wir, daß in den vergangenen 20 Jahren alle Sonnentrends, die einen Einfluß auf das Erdklima haben könnten, sich in der entgegengesetzten Richtung entwickelt haben, als nötig gewesen wäre, um die beobachtete Zunahme der globalen mittleren Temperaturen zu erklären. Die Daten zeigen, daß die Sonne für viele Jahrzehnte das Klima der Erde bestimmt hat, aber in den letzten beiden Jahrzehnten scheinbar nicht mehr die Spur einhält".

Die Zunahme der Durchschnittstemperatur kam um 1998 zum Stehen. Seit 2002/2003 nimmt sie wieder ab. Das haben Ihnen Ihre Medien bisher noch nicht gesagt - oder? Bevor das spürbar wird, muß die einträgliche Klimarettung unter Dach und Fach sein. Stimmen diese Messungen, dann folgt die Abkühlung dem Sonnentrend selbst in der verblasenen Form eines Loockwood und Kollegen - nur eben mit einer Verzögerung von rund zehn Jahren. Würde die Hypothese von der Infrarot-Rückemission durch CO2, die sogenannte Treibhausthese stimmen, müßte die Erwärmung jeweils unmittelbar dem Anstieg des CO2 folgen. Das tat sie aber nicht. Die Verzögerung wird gemeinhin durch die Pufferwirkung von Luft- und Ozeanerwärmung und anderes erklärt. Bis sich Ozeane erwärmen dauert es eine Weile, bis sie sich wieder abkühlen vielleicht noch länger.

An den Klimaschwankungen ist die Sonne (nach der Sonnenhypothese) nur indirekt beteiligt. Die eigentlichen Treiber sind hochenergiereiche, kosmische Strahlen, die für die Wolkenbildung in relativ geringen Höhen (bis zu 3.000 m) verantwortlich sind. Die Sonne kann nur ihren Zufluß auf die Erde etwas beeinflussen. Das geschieht durch den sogenannten Sonnenwind der geladenen Teilchen. Der wirkt wiederum vor allem an den Polen, wo er unter anderem die Zirkulation der Erdatmosphäre (z.B. die Wanderung Polarer Hochdruckgebiete) verändert. Der normale Sonnenzyklus, auf den Loockwood und Fröhlich abheben, hat dabei eine geringere Bedeutung (um die 3%), es kommt vor allem auf den Sonnenmagnetismus an, der u.a. durch die Arbeit der massereichen Planeten (Jupiter, Saturn) an der Sonne beeinflußt wird, und auf seine Auswirkung auf Sonnenwind und Erdmagnetismus. Hierbei spielt neben einer Reihe anderer Perioden nicht der elf-, sondern der 22-Jahres-Rhythmus die wichtigste Rolle. Loockwood & Co. sollten das wissen, verschweigen es aber, weil der zahlungsfähige Auftraggeber sich andere Ergebnisse wünscht und die sich nur so "wissenschaftlich" herleiten lassen.

Doch, wenn der Bürger es sich gefallen läßt, weil "man ja doch nichts machen könne", wird er zahlen. Bequemlichkeit hat ihren Preis. Übrigens, in der Schweiz gibt es schon einen "Klimarappen" (http://www.stiftungklimarappen.ch/). "Gebracht hat der Klimarappen bis heute nichts, weil die thermodynamischen Vorschriften in der Schweiz (SIA-Normen) ebenso falsch sind wie die entsprechenden DIN-Normen in der BRD" meinte der Schweizer Architekt Bossert und hat jedenfalls in Bezug auf die Häuserisolierung Recht.



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