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Warnung vor dem Zusammenbruch der USA
Unkenrufe, die vor einem bevorstehenden
Zusammenbruch der USA warnen, sind nicht wirklich neu.
Bemerkenswert ist allerdings, wenn die
Financial Times einer solchen Warnung einen Artikel widmet. Noch
weitaus bemerkenswerter ist es aber, wenn
diese Warnung aus dem Mund keines geringeren als jenem des
"Comptroller General of the United States"
- vergleichbar dem Präsidenten des deutschen Bundesrechnungshofs,
- David Walker, stammt. Bei einem Vortrag
über die Herausforderungen, denen die USA
zukünftig gegenüberstehen
werden, sprach er am 7. August in Chicago über die "frappierenden
Ähnlichkeiten" der derzeitigen
Zustände in den USA mit jenen, die zum Niedergang des Römischen
Kaiserreichs führten.
"Das Römische Imperium
überdauerte 1.000 Jahre, aber nur etwa die Hälfte der Zeit als
Republik. Die
Römische Republik fiel aus vielen
Gründen, aber drei Gründe sind erinnernswert: sinkende
Moralvorstellungen und politischer Anstand
in der Heimat, ein zu selbstbewußtes und überdehntes Militär
im
Ausland und steuerliche
Verantwortungslosigkeit durch die Zentralregierung. Hört sich bekannt an?
Meiner
Ansicht nach ist es an der Zeit, aus der
Geschichte zu lernen und Schritte zu unternehmen, um
sicherzustellen, daß die
amerikanische Republik die erste ist, die dem Zahn der Zeit widersteht", sagte
er.
"Wie viele von Ihnen wissen, stehen wir
zahlreichen Problemen hinsichtlich unserer Lebensqualität
gegenüber. Dazu zählen schlechte
öffentliche Schulen, verstopfte Straßen in den Städten,
unzureichende
Gesundheitsversorgung und die Belastungen,
für alternde Eltern und möglicherweise unsere eigenen Kinder
zur gleichen Zeit zu sorgen. Wir stehen
auch einer Reihe von ernsten Herausforderungen in der
Gesundheitsversorgung, Bildung, Energie,
der Umwelt, Außenpolitik, Einwanderung, Infrastruktur, Irak und
anderen Themen gegenüber. Die
derzeitige US-Politik in all diesen Schlüsselgebieten ist langfristig
ein
untragbarer Weg", so Walker in seinem
Vortrag. "Mit der bevorstehenden Pensionierung der geburtenstarken
Jahrgänge, in die Höhe
schießenden Kosten für die Gesundheitsversorgung, der stark
rückläufigen
Sparquote und wachsende Abhängigkeit
von ausländischen Darlehensgebern stehen wir beispiellosen
finanzpolitischen Risiken gegenüber."
Aufgrund des Ungleichgewichts zwischen Steuereinnahmen und
Staatsausgaben bewegen sich die USA,
Walker zufolge, auf einem "Weg in eine Explosion der
Verschuldung". Gegenüber der
Financial Times sagte er, er habe sich schon in der Vergangenheit zu diesen
Problemen geäußert, wolle nun
aber noch deutlicher werden - offensichtlich, da seine vorhergehenden
Warnungen unbeachtet geblieben sind.
Tatsächlich ist aber auch dieser Bericht und der vorangegangene
Vortrag Walkers von den US-Medien mit
auffallend mit Verschweigen gestraft worden. Es scheint
unwahrscheinlich, daß Walkers
Ausführungen Veränderungen herbeiführen können, wenn sich
die USMedien
derart einig sind, Stillschweigen
über sie zu bewahren.
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