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General Iwaschow: Weltherrschaftspläne der USA neutralisieren
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MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Die Hauptinstrumente der USA-Politik sind ein finanziell-wirtschaftliches, ein militärisches und ein technologisches Diktat. Auf diesem Wege wollen die Amerikaner ihre Weltherrschaft sichern. Das stellte Generaloberst Leonid Iwaschow in einem RIA-Novosti-Gespräch fest. Wie er weiter ausführte, ist in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA die Notwendigkeit klar und deutlich formuliert, sich Zugang zu den wichtigsten Regionen der Welt, den strategischen Kommunikationswegen und den globalen Ressourcen zu verschaffen. Mit anderen Worten, die Kontrolle darüber herzustellen. Diese Strategie gilt als Gesetz. „Wir können uns in Zukunft härtere Kollisionen der USA mit Russland, China und Indien vorstellen“, so der Militärexperte. Die USA sind bemüht, ein System zu schaffen, das das Kernwaffenpotential der beiden strategischen Rivalen - Russlands und Chinas - neutralisiert, um eine Monopolstellung in der militärischen Sphäre zu erreichen. Teile des amerikanischen Raketenabwehrsystems werden neben Europa auch überall in der Welt stationiert, um alles überwachen zu können, was in Russland und in China vor sich geht. Außerdem verstärken die USA ihre Offensivkräfte in einem Tempo, das es nicht einmal während des Kalten Krieges gegeben hat. Nach dem Untergang der UdSSR verwandelte sich die Nato von einem Verteidigungsbündnis (wie dieses bei der Gründung 1949 verkündet wurde) in ein aggressives und starkes Gewaltinstrument der Weltoligarchie, die die Weltherrschaft anstrebt. Im April 1999 haben die USA eine neue strategische Nato-Konzeption durchgesetzt und diese mit neuen Funktionen ergänzt, womit die Zuständigkeit der Nato vom nordatlantischen Raum auf die ganze Weltkugel ausgedehnt wurde. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer ist heute in Australien, Neuseeland und Japan oft zu Gast. Das Völkerrecht und der UN-Sicherheitsrat werden zunehmend ignoriert. Im Zuge der Nato-Erweiterung, bei der die Ratifizierung des Vertrages über konventionelle Streitkräfte in Europa ignoriert wurde, maßten sich die USA das Recht an, beliebige Truppengruppierungen zu bilden und uneingeschränkt zu handeln. Die USA unternehmen alles, damit sich Russland nicht in einen selbständigen Spieler verwandelt. Zu Problemen des Raketenabwehrsystems, des Kosovo-Status und Irans wurden keine Kompromisse erzielt. Russland muss in dieser Situation seine Positionen festigen und sein geopolitisches Potential wiederherstellen. Als die UdSSR Anfang der 70er Jahre eine nukleare Parität mit den USA erreicht hatte, begriffen die Amerikaner, dass sie Moskau mit militärischen Mitteln nicht schlagen können. „Deshalb nahmen sie mit uns wie mit gleichberechtigten Partnern Verhandlungen auf und unterzeichneten den ABM-Vertrag von 1972 und später die Verträge über die Begrenzung der strategischen Offensivwaffen (die Salt-Verträge)“, sagte Iwaschow. „Die Amerikaner haben nur vor Stärke Respekt. Wenn sie stärker sind, machen sie keine Zugeständnisse.“ Um die globalen Herrschaftspläne zu neutralisieren, muss ein zweiter alternativer Pol aufgebaut werden, fuhr der Militärexperte fort. Das Fundament dafür wurde mit der Gründung der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) geschaffen. „Wenn wir behaupten, Amerika sei stark, stimmt das nicht ganz“, so der General. „Die USA haben eine Militärmacht, eine starke Wirtschaft und eine Menge von hohlen Dollars, die sie nach Belieben drucken wollen. Der geopolitische Status der USA liegt aber sehr niedrig. Die Welt hat kein politisches Vertrauen zu den USA.“ Als Russland und China 1999 in einer UN-Vollversammlung vorgeschlagen haben, den ABM-Vertrag von 1972 zu bewahren, haben alle Staaten der Welt bis auf vier diesen Vorschlag unterstützt. Dagegen waren die USA, Israel, Albanien und Mikronesien. Das zeugt von einer völligen internationalen Isolation der USA, betonte Iwaschow. Ohne Russland lässt sich die Situation auf dem Balkan, im Nahen Osten, auf der koreanischen Halbinsel und in anderen Regionen der Welt nicht lösen. Das Gleiche gilt auch für China: Es kann dem Druck der USA Widerstand leisten. China genießt ein hohes Ansehen in der Welt, es hat eine starke Wirtschaft und eine feste nationale Währung. „Als SOZ-Mitgliedsstaaten sollten wir unsere Bündniskräfte und das Potential aller Länder zusammenschließen, die eine selbständige Politik betreiben können und wollen“, so der General. „In erster Linie müssen wir die amerikanische Politik des globalen Hegemonismus offiziell ablehnen. Zweitens. Russland und China müssen die Stationierung des amerikanischen ABM-Systems als eine Handlung, die das globale Sicherheitssystem zerstört und die gesamte internationale Staatengemeinschaft gefährdet, im UN-Sicherheitsrat zur Sprache bringen, wie das von der UNO-Charta auch vorgesehen ist. Russland, China und Indien sind fähig, eine Einheitsfront gegen das US-Diktat bilden. Wir könnten auch eine Stabilisierung des globalen Finanzsystem zu einem Thema der internationalen Diskussion machen. Im Rahmen der SOZ können wir eine neue Lebensphilosophie vorschlagen: Eine Harmonie unter den Weltkulturen und eine vernünftige Nutzung der Naturressourcen. Ich bin zuversichtlich, dass die meisten Staaten diese Schritte unterstützen würden. Dies wäre gerade die Bildung eines neuen politischen Pols, eines Pols des Friedens. Die SOZ ist berufen, ein neues Modell der Entwicklung der menschlichen Zivilisation herzustellen.“ Dem amerikanischen Imperium kann nur ein Bündnis von Zivilisationen die Stirn bieten - der russischen (einschließlich des GUS-Orbits), der chinesischen, der indischen, der islamischen und der lateinamerikanischen. „Auf diesem riesigen Raum könnten wir gerechtere Märkte, unser eigenes stabiles Finanzsystem, unser eigenes System der kollektiven Sicherheit und unsere Lebensphilosophie schaffen, der die Priorität der geistigen Entwicklung des Menschen zu Grunde liegen würde - und nicht der materiellen, wie das in der modernen westlichen Zivilisation der Fall ist, in der der Erfolg mit Villen, Restaurants und Yachten gemessen wird. Unsere Aufgabe besteht darin, die Welt in Richtung einer intellektuell-geistigen Entwicklung und der Gerechtigkeit umzudrehen.“ Bereits heute ist die SOZ den Vereinigten Staaten bei ihrer wirtschaftlichen Stärke, bei der Einwohnerzahl der Teilnehmerstaaten und bei den Vorräten an Naturressourcen, vor allem aber in der geistig-moralischen Sphäre überlegen. Wenn sich die islamische Welt und die Länder Lateinamerikas der Schanghaier Organisation anschließen werden, so wird die SOZ zu einer Organisation mit globalem Einfluss, betonte General Iwaschow. Das Gespräch führte Juri Plutenko. Anmerkung: Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) ist eine subregionale internationale Organisation, der Kasachstan, China, Kirgisien, Russland, Tadschikistan und Usbekistan angehören. Das Gesamtterritorium der SOZ-Mitgliedsstaaten macht 61 Prozent des Territoriums Eurasiens aus. In den Mitgliedsländern lebt jeder vierte Einwohner der Welt. Die offiziellen Arbeitssprachen sind Russisch und Chinesisch. Die 1996 gegründete Organisation wurde bis 2001 die „Schanghaier Fünf“ genannt, ihre Mitglieder waren Russland, China, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan. Indien, Iran, die Mongolei und Pakistan haben einen Beobachterstatus in der Organisation. Es wurde die Kontaktgruppe SOZ-Afghanistan gebildet. Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen. |
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