Verheimlichte Fakten der Kriege in
Ex-Jugoslawien (Kroatien, Bosnien und Kosovo) Herausgegeben
und mit einem Vorwort versehen von Peter
Priskil
überarbeitete und erweiterte
Neuauflage S.376, mit Namens- und Ortsregister DM 45,- / sFr 41,50 /
öS 329,- / EUR 22,50
ISBN 3-89484-814-6
Inhalt:
- Einleitung
- Der Erste Weltkrieg
- Der Zweite Weltkrieg
- Die Zeit zwischen 1946 und 1990
- Die Geschichte wiederholt sich
- Die Geschichte der unbestraften Verbrechen
- Die Kristallnacht von Zadar
- Das Massaker von Gospic
- Pakracka Poljana, Geständnis eines
Massenmörders
- Das Miljevci-Platea
- Ravni Kotari
- Blutiger September in Lika
- Der Exodus aus West-Slawonien
- Die Endlösung der Serbenfrage in Kroatien
- Gefangenenlager in Kroatien
- Das Schweigen der Medien
- Rufmord auf Bestellung
- Das bosnische Drama und der Wolf im Schafspelz
- Granatenanschläge gegen Zivilisten
- Der amerikanische Traum von der globalen Macht
- Der Kampf gegen die neue Weltordnung
- Die ersten Massaker in Bosnien
- »Massenvergewaltigungen«
- Das Bild, das die Welt zum Narren hielt
- Ethnische Säuberungen
- Der Mythos von Srebrenica
- Gorazde
- Der Dichter, der zum Monster wurde
- Der deutsche Vorstoß auf den Balkan
- Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag
- Kosovo - die letzte Schlacht?
- Der NATO-überfall auf Jugoslawien 1999
- Nachwort
- Anhang: Dokumentation des Verfahrens
wegen
»Wehrkraftzersetzung« gegen den 'Bund gegen Anpassung'
- Ortsregister
- Namensregister
»Der Leser muß sehr starke Nerven
bereit halten, wenn er dieses Buch zur Hand nimmt. Alexander Dorin, ein
Schweizer, trug Fakten zusammen, die bisher verheimlicht bzw. gefälscht
wurden. (...) Ein beklemmendes, aber wichtiges Buch.« Neues
Deutschland
Vorwort zur Neuauflage
von Peter
Priskil Nach einem Jahrzehnt imperialistischer
Aggression zuerst gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, dann gegen den
serbischen Rumpfstaat hat mit dem Sturz der Regierung Milosevic in einer
Wahlfarce, die weit mehr die Züge eines sorgfältig inszenierten
Putsches trug *), die Ära der Legendenbildung begonnen:
Nie hat es - gegen Ende der achtziger Jahre nämlich - einen
US-amerikanischen Geheimplan zur Zerschlagung Jugoslawiens gegeben; nie wurde
gegen den jugoslawischen Staat ein umfassendes Wirtschaftsembargo
verhängt, und nie haben sezessionistische, teils radikal-moslemische,
teils rechtsextrem-nationalistische Organisationen in den Teilrepubliken
massive Finanzspritzen und Waffenlieferungen vom Westen erhalten; nie wurde die
Sezession der Teilrepubliken Slowenien und Kroatien mit zinslosen
Milliardenkrediten aus dem Vatikan und der diplomatischen Anerkennung der BRD
forciert; nie wurde der dann einsetzende Bürgerkrieg durch Einmischung der
USA und ihrer Marionetten geschürt; nie wurden Hunderttausende von Serben
aus der Krajina, wo sie seit Jahrhunderten lebten, in einem Blitzkrieg nach
Hitler-Muster vertrieben; nie war zu diesem Zweck ein klerikal-faschistisches
Regime in Kroatien installiert worden, von dessen Führer, dem
Ustascha-Verherrlicher Tudjman, man sich nach dessen friedlichem Ableben
wohlfeil distanzierte; nie haben NATO-Verbände die Serben in
Bosnien-Herzegowina aus ihren jahrhundertealten Siedlungsgebieten gebombt und
zu diesem Zweck einem islamischen Fanatiker dort die Macht in die Hände
gelegt; nie wurde Restjugoslawien elf lange Wochen bombardiert; nie hat man in
diesem Kolonialüberfall die gesamte Infrastruktur des Landes
zerstört, Brücken versenkt, Schulen und Krankenhäuser dem
Erdboden gleichgemacht, Museen und orthodoxe Kirchen eingeäschert und bei
dieser Gelegenheit nebenbei einige tausend Menschen umgebracht -
»Kollateralschaden«, wa?! - ; ja, diesen schamlosen, zudem
militärisch völlig risikolosen Überfall der NATO hat es gar nie
gegeben: Es war ja nur der »Kosovo-Krieg«. Nie hat man die zehn
Millionen Serben zehn Jahre lang mit der Hungergarrotte gewürgt, sie
erpreßt, massakriert und dabei mit leeren Versprechungen und Dollars
gewedelt; nie hat man maulfertige Quislinge mit Dollarmillionen gemästet
und mediengerecht aufgepeppt als »Opposition« ausgegeben; nie hat
man in Montenegro, dem einen verbliebenen Teil des kläglichen
Serben-Reservats, einen NATO-Brückenkopf eingerichtet, Polizei und
Militär ausgebildet, die DM als Währung eingeführt und zugleich
unablässig Flottenmanöver in der Adria abgehalten. Nein, nein und
abermals nein: All das hat es nie gegeben, ist nie
passiert. Jetzt schreiben die Sieger die Geschichte, und
ihre Legendenbildung sieht folgendermaßen aus: Zehn Jahre lang hat der
ruchlose Diktator Milosevic die Serben gegängelt und in drei, manche sagen
vier Kriege gegen die unschuldigen Nachbarvölker gehetzt; diese waren als
ethnisch reinrassige Minderheiten, wobei die edelsten Rassen aus Moslems und
Katholiken bestanden, pausenlos Massenvergewaltigungen, Massenvertreibungen,
Massenfolterungen und Massenexekutionen ausgesetzt. Tatenlos - jawohl:
tatenlos! - hat die Weltöffentlichkeit diesem Treiben zugeschaut
(schluchz, heul & mea culpa), schließlich widerwillig und
zögerlich eingegriffen (lechz und geifer) bis endlich die Morgenröte
der Demokratie auch in dieser Balkanregion, zuvor in tiefste Finsternis der
Serbenbarbarei getaucht, ihren Glanz entfaltete
(heuchelheuchel). Kann man dieses widerwärtige
Schauspiel atmosphärisch treffender wiedergeben? Ich wüßte
nicht, wie. Cortez und Pizarro, die zwei meso- bzw. südamerikanische
Hochkulturen vernichteten und dabei Hunderttausende von Indios abschlachteten,
diese ausgemachten Finsterlinge, heben sich geradezu wohltuend von den
NATO-Führern der Gegenwart, den US-Wahlkaisern mit ihren Euro-Vasallen ab:
Denn erstens gingen die Konquistadoren wenigstens ein gewisses
militärisches Risiko ein - die Eroberung von Tenochtitlán war trotz
allem kein Kinderspiel, und für die NATO gab es leider keine »noche
triste« -, und zweitens machten sie aus ihren finsteren Absichten nie ein
Hehl: Montezuma sollte ermordet, die Eingeborenen getauft und das Land
geplündert werden, und damit basta. Das Programm der NATO - wenn man es so
nennen will - ist identisch, unterscheidet sich aber durch das Unmaß an
Heuchelei und abgrundtiefer moralischer Verkommenheit, das ihre Lohnschreiber
dabei an den Tag legten: alles eitel Menschenrechte und Demokratie. Oder nehmen
wir einen dritten Finsterling, der den Deutschen zeitlich und geographisch
näher steht, aber im Unterschied zu den spanischen Konquistadoren in ein
ungleich schwerer zu durchdringendes mystisches Dunkel gehüllt ist: den
leibhaftigen Gottseibeiuns Hitler. Er ließ nicht nur Millionen von Juden
umbringen, sondern - über das von ihm und vor allem der katholischen
Kirche gestützte Ustascha-Regime - Hunderttausende von Serben. Nun die
Preisfrage für Vollblut-Demokraten: Gibt es gute und schlechte
Hitler-Opfer, Juden hui, Serben pfui? Muß man wirklich vollstrecken, was
Hitler seinerzeit kriegsbedingt nicht gelang? Ist es moralisch integer, einem
offiziell verordneten Philosemitismus als einer Art Staatskult zu huldigen -
nachdem man fast alle Juden umgebracht hat -, bei Milosevic aber das Geschrei
anzuheben: »Tötet ihn, tötet ihn!«? Ist die Ansicht
»Nur ein toter Serbe ist ein guter Serbe« auf einmal demokratisch,
nur weil sie aus den Vereinigten Staaten kommt und diese, im Unterschied zu
Hitler, ihre Kriege in häßlicher Regelmäßigkeit gewinnen?
Offensichtlich ja. Es ist die schäbige Logik: Wer die Macht hat, hat
recht. Dann müssen, dies der Gipfel der Niedertracht, Hitleropfer eben zu
Faschisten mutieren. Dies also die
atmosphärisch-moralische Komponente der nun anhebenden Legendenbildung um
die »Endlösung der Serbenfrage«. Man könnte
natürlich auch »rein sachlich«, »rein objektiv«
ihre Notwendigkeit für die Sieger-Geschichtsschreibung der Zukunft
benennen, aber man würde dabei die Hauptsache unterschlagen: die
abstoßende Fratze der Knechtsseligkeit, der Anbetung der Macht um der
Macht willen. Aber seien wir so »objektiv« und führen die
beiden maßgeblichen Funktionen dieser Legendenbildung an:
- Sie dient der Verschleierung der Tatsache, daß die
Zerschlagung Jugoslawiens ausschließlich aus machtstrategischem
Kalkül der USA erfolgte. Das jugoslawische, besser serbische Drama ist ein
trauriges Nachspiel zum Kalten Krieg gegen die Sowjetunion, den die USA allein
aufgrund ihrer ökonomisch-militärischen Überlegenheit gewannen
(und nicht etwa, wie klein Hänschen glauben soll, weil die »Idee der
Demokratie« so unwiderstehlich attraktiv gewesen wäre). Die
Zerschlagung Jugoslawiens ist eine der letzten Etappen auf dem Weg zur
»One World« unter US-Diktat. Die nächsten Stationen lauten:
Kuba, Irak, Nordkorea.
- In ideologischer Hinsicht soll die völlige
Strukturidentität zwischen deutschem Faschismus und US-Imperialismus
verwischt werden.
Das vorliegende Buch ist wie kein zweites geeignet, diese
Legendenbildung durch harte Tatsachen - Namen der Opfer, der Täter, des
Tatorts - zu widerlegen, und dies hat uns dazu bewogen, es in der zweiten,
erweiterten und aktualisierten Auflage in unser Verlagsprogramm aufzunehmen.
Die imperialistischen Verbrechen auf dem Balkan haben von Anfang an unsere
Aufmerksamkeit und schonungslose, d. h. von Illusion freie Kritik gefunden.
Daß wir damit den Nerv getroffen haben, zeigen die Reaktionen unserer
gewiß mächtigen und in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlichen
Feinde: die Maßnahmen reichen vom Totschweigen und generellen
Anzeigenboykott durch die Monopolpresse (Süddeutsche Zeitung) über
üble Verleumdungen bis hin zu juristischen Einschüchterungsversuchen
(»Störpropaganda gegen die Bundeswehr« bei der Bombardierung
Jugoslawiens; auch dieser Anschlag konnte erfolgreich vereitelt werden). Der in
der Schweiz lebende Verfasser kann in der kurzen Zeit seiner publizistischen
Tätigkeit bereits auf ähnliche Erfahrungen zurückblicken: Als
die erste Auflage seines Buches im Eigenverlag erschien und der Vertrieb
lediglich auf Eigeninitiative des Autors beruhte (wobei wir ihm freilich
behilflich waren), startete die größte schweizerische Wochenzeitung
eine Hetzkampagne gegen ihn mit dem Resultat, daß sein
Internet-Anschluß von der Betreiber-Firma Balcab wegen
»Antisemitismus« gekündigt wurde (man höre!), weitere
Hetzsendungen in regionalen Fernsehsendern folgten (man staune: »Serben
bedrohen Balcab«) und schließlich die schweizerische
Staatsanwaltschaft und Polizeibehörden aktiv wurden. All dies ist
gegenwärtig noch in der Schwebe; der geneigte Leser möge sich
über die Details in unserem Periodikum
Ketzerbriefe kundig machen. So viel läßt sich
aus den hier zwangsläufig nur skizzierten Vorgängen allerdings
ableiten: Die historische Wahrheit ist kein »neutrales Ding«,
sondern bedarf des Muts, der Unerschrockenheit und der Klarsicht. Sind diese so
selten gewordenen Eigenschaften vorhanden, operieren die Feinde der
historischen Wahrheit nie mit Argumenten, sondern mit Intrigen und Gewalt;
daß dies in der vermeintlich neutralen Schweiz mit solch unerbittlicher
Härte und unter Verletzung aller rechtsstaatlichen Prinzipien schon
gegenüber Einzelpersonen praktiziert wird, zeigt mit erschreckender
Deutlichkeit, wie weit die globale Gleichschaltung vorangeschritten und wie
gering die Hemmschwelle staatlicher Gewaltanwendung bei der Entlarvung ihrer
Hauptdoktrinen ist. Denn schließlich, drittens, ist die historische
Wahrheit nicht nur kein »neutrales Ding«, sie kann, einmal zu
Gehör gebracht, für Unrechtsregime aller Schattierungen höchst
unangenehme reale Folgen zeitigen: die Entlarvung der Ideologie als
maßgeblichstes Mittel zur Herrschaftsstabilisierung (vor Polizei, Heer
und Justiz) sowie die Erosion der Massenloyalität.
Nun möge der Leser urteilen und seine Konsequenzen ziehen. Sofern er
Inhaber eines deutschen Passes ist, muß er dies unter erschwerten
Bedingungen tun: in einem Land systematischer Lüge und permanenten
Verfassungsbruchs, zuletzt des Artikels 26 GG. Doch leichter ist die Wahrheit
nicht zu haben, und wenn ihn Schwankungen anfechten, die ein Unrechtsstaat wie
dieser so häufig mit sich bringt, möge er sich an die ironische
Maxime des eher sehr zaghaften deutschen Aufklärers Christoph Martin
Wieland angesichts der feudal-absolutistischen Willkür seiner Zeit halten:
»'Friß deine Knackwurst, Sklav, und halt dein Maul.' Aber klingt es
nicht doch irgendwie unbefriedigend?« Es klingt nicht nur so: es
ist.
Freiburg, im Dezember 2000
Fußnote:
*) Es
gehörte keine besondere Sehergabe dazu, diesen Ausgang vorherzusagen. So
schrieben wir ein Jahr vor dem Sturz von Milosevic im Vorwort zur 3. Auflage
unseres Irakbuches: »Ein Unterschied zwischen beiden [Saddam
Hussein und Milosevic] scheint uns aber doch der Erwähnung wert: Saddam
Hussein hat sich einen Großteil des gegen ihn gerichteten Hasses aufgrund
seiner Standfestigkeit und Illusionslosigkeit zugezogen; allein aus diesem
Grund, d. h. weil das irakische Volk ihn gerade wegen dieser Eigenschaften
schätzt - wir bezeichneten sie an anderer Stelle als 'Würde in der
Schwäche' -, ist er nicht nur noch am Leben, sondern sogar an der Macht.
Für seinen serbischen Amtskollegen gilt leider keineswegs dasselbe. Er
schwankte wie ein Rohr im Wind und klammerte sich bis zuletzt an seine
Illusionen in die USA; er ließ im bosnischen Bürgerkrieg die
UN-Truppen ins Land; das einzige winzige Faustpfand während des Krieges,
die drei vorwitzigen GIs, gab er für das hohle Versprechen eines windigen
Predigers und Clinton-Vertrauten aus der Hand; von der sogenannten Opposition,
d. h. den vom Westen bezahlten und unterstützten Krakeelern,
läßt er sich auf der Nase herumtanzen usw. usf. Um es kurz zu
machen: Wir haben keinen Zweifel daran, daß ihn in nächster Zeit das
Schicksal der nicaraguanischen Sandinisten ereilen wird: Das serbische Volk, zu
Recht von ihm enttäuscht, wird sich vollends von ihm abwenden, und in so
knallig freien Wahlen, wie sie in einem umzingelten und ausgehungerten Land
unter ständiger Bedrohung und Propagandabeschallung nun einmal stattfinden
können, wird mit Dollars und DM ein serbischer Quisling auf den Posten
gehievt. Das Triumphgeheul können wir uns vorstellen, vor allem bei der
Auslieferung von Milosevic.« Gerade jetzt (Januar 2001) sind die
serbischen Ami-Quislinge dabei, Milosevic vor den Internationalen Gerichtshof -
der angeblich nach Belgrad geholt werden soll - zu zerren. |