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20.1.2008 PHI Info von:   PHI
Kopfschmerzen
   

Behandlung von Migräne ohne Medikamente

Es gibt eine Reihe nicht-medikamentöser Möglichkeiten, um einen leichten oder auch mittelschweren

Migräne-Anfall zu unterbrechen.

Diese Methoden brauchen meist etwas Zeit, sie haben aber keinerlei Nebenwirkungen. Bei voll

ausgebildetem, schwerem Anfall wirken sie allerdings oft nicht mehr. Deshalb ist es das Ziel der

naturheilkundlichen Therapie, die Intensität der Migräne durch verschiedene vergleichsweise einfache

Maßnahmen so zu reduzieren, dass es gar nicht mehr zu schweren Anfällen kommt.

Welche Methode Ihnen hilft, Ihre Migräne in den Griff zu bekommen, kann man nicht sagen. Es ist deshalb

gut, wenn Sie viele Möglichkeiten ausprobieren und sehen, was zu Ihnen passt und was Ihnen am besten

hilft. Viele Migränepatienten sind allerdings schon zu Beginn des Migräneanfalls körperlich und psychisch

außerstande, noch irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Wie Sie dabei vorgehen, hängt natürlich auch von

der verfügbaren Zeit ab. Wenn Sie in Eile zur Arbeit hetzen müssen, dann können Sie nicht noch ein

ansteigendes Armbad durchführen. Dann bleiben meist nur die medikamentösen Maßnahmen. Wenn aber

keine Zeitnot besteht, dann können verschiedene der nachfolgenden Methoden auf ihre Effektivität hin

getestet werden. Als Standard gilt weiterhin das Hinlegen in ein dunkles ruhiges Zimmer mit einer kühlen

Kompresse auf der Schmerzstelle, mit dem Versuch zu schlafen. Gelingt es einzuschlafen, ist der Anfall beim

Aufwachen häufig verschwunden. Das trifft vor allem bei Kindern zu. Wenn der Schlaf nicht eintritt, wird

manchmal mit einem Schlafoder Beruhigungsmittel nachgeholfen. Bei zu häufigem Gebrauch kann dies aber

auch ungünstige Auswirkungen haben.

Selbstbehandlung von Migräne-Anfällen

Manchmal ist ein Migräneanfall oder Kopfschmerz einfach das Zeichen des Körpers, dass er unter

Wassermangel leidet. Trinken Sie 2 Glas MINERALWASSER ohne Kohlensäure (ohne Gas) oder

trinken Sie eine Tasse Kaffee oder besser einen Expresso mit dem Saft einer Zitrone, jedoch ohne Milch

und ohne Zucker.

Bei vielen Migränepatienten wird der Schmerz durch die schmerzhaft gedehnte Schläfenarterie

ausgelöst. Dabei hilft oft der Daumendruck auf diese Arterie. Natürlich kann man den Daumendruck nicht

sehr lange aufrecht erhalten. Deshalb wurden Anfang des vorigen Jahrhunderts Bänder straff um den Kopf

gezogen. Noch effektiver ist dieses Vorgehen, wenn man einen Radiergummi über der Hauptschmerzstelle

unter das Band schiebt.

Auch Entspannungsübungen haben schon vielen Migräne-Patienten geholfen:

Wichtig ist, dass die jeweilige Methode intensiv geübt und sehr gut beherrscht wird. In der Literatur wird

von einer zusätzlichen Übung des Autogenen Trainings zur Beseitigung von Migräneanfällen berichtet.

Nachdem der Patient die sechs Standardübungen (Schwere, Wärme, Herz, Atmung, Bauch, Stirn)

durchgeführt hat, stellt er sich vor, dass der Schmerz vom Kopf über den Hals, den Brustkorb, den Bauch

zu dem Bein der schmerzhaften Seite bis zu der großen Zehe wandert. Dann stellt er sich vor, dass der

Schmerz von der großen Zehe in einen Luftballon hineinfließt, der über die große Zehe gezogen ist. Ist der

Schmerz im Ballon gebündelt, wird er abgezogen und der Schmerz ist damit weggenommen. Wenn dies

keinen Erfolg bringt, so ist auf jeden Fall auf die Schwere, die Erwärmung vor allem der Hand auf der Seite

des Anfalls, auf eine ruhige Atmung und die Stirnkühle zu achten.

Praktisch versierte Menschen können auch mit der Progressiven Entspannung Erfolg bei der Behandlung

des akuten Anfalls haben. Leider sind manche Patienten zu Beginn des Anfalls nicht mehr in der Lage,

selbständig eine Entspannungsmethode durchzuführen. Dann ist es sinnvoll, dass der Patient eine ihm

passende Entspannungskassette bzw. Musik-CD bereit hält.

Einreibung mit einer naturheilkundlichen Salbe: Dr. K. Helmbold entwickelte eine Salbe, deren Einreibung

bei Migräneanfällen helfen soll, die „Jonensalbe". Dabei wird die Salbe auf alle druckempfindlichen Stellen

von Kopf, Gesicht, Hals, Nacken und Schulter eingerieben, wenn man merkt, dass ein Anfall beginnt. Wie

die Ohrakkupunktur, so hilft auch die Einreibung der Ohrmuschel vorn und hinten, vor allem im unteren

Bereich mit dem Ohrläppchen. Zusätzlich sollte die Salbe mit einem Wattetupfer in die Nase eingebracht und

auf die Nasenschleimhaut aufgetragen werden. Bei ungenügendem Ansprechen kann man sich vom

Apotheker eine 5 %-ige „Lidocainsalbe" herstellen lassen. Sie wirkt noch intensiver und von ihr sind keine

Nebenwirkungen bekannt.

Es kann auch das Einreiben einer „Pfefferminzsalbe" auf die Schmerzstelle versucht werden. Da die

meisten Migränepatienten im Anfall gegenüber Gerüchen sehr empfindlich sind, klappt dies aber nicht immer.

 

Zum Beginn des vorigen Jahrhunderts hatte man sehr gute Ergebnisse bei Migräne und anderen

Erkrankungen, indem man einen mit Cocain getränkten Wattetupfer an das Ende des mittleren Nasengangs

einbrachte. Dort befindet sich ein Nervenknoten, das Ganglion sphenopolotinum. Die Anästhesie dieses

Nervenknotens durch Injektionen wird auch heute noch durchgeführt. Für die Selbstbehandlung sind die

Injektionen aber nicht geeignet. Glücklicherweise hat „Lidocain 4 %" ähnliche anästhesierende

Eigenschaften, ohne die negativen Wirkungen von Cocain. Man kann Lidocain entweder in die Nase

eintropfen oder mit Hilfe eines Wattestäbchens mit „Lidocain 4 %" getränkte Watte am Ganglion

sphenopalatinum deponieren. Der Wattetupfer ist sehr wirksam, da er lange am Wirkungsort verbleiben

kann. Allerdings ist das Einbringen des Tupfers für manche Patienten nicht angenehm. Wenn man damit aber

den Anfall stoppen kann, wird dies toleriert. Am besten sollte man dies erst einmal mit einem

naturheilkundlichen Arzt oder einem positiv gestimmten HNO-Arzt durchführen.

Als größte Schwierigkeit wird das Einbringen der Tropfen in die Nase angesehen. Deshalb wurde in einer

kleinen Studie das Lidocain als Spray (4 Spraystöße in das Nasenloch der befallenen Seite, bei beid-

seitigem Schmerz je 4 Spraystöße in jedes Nasenloch) verabreicht. Bei sechs Migräneanfällen konnten drei

vollständig beseitigt werden, bei den drei anderen kam es zu einer Besserung. Zum Vergleich wurde ein

Kochsalzspray gegeben, der keinerlei Besserung bewirkte. Da abgesehen von einem leichten Brennen im

Rachen keine Nebenwirkungen auftreten, ist das Einbringen von Lidocain einen Versuch wert. Ein solcher

Spray wird von Zahnärzten und HNO-Ärzten verwendet und ist in der Apotheke erhältlich.

Von der Biochemie wird bei großem seelischen, arbeitsbedingten oder geopathischen Druck die Einnahme

von Magnesium phosphoricum sofort zu Beginn des Anfalls empfohlen. Dabei werden 7 Tabletten in

heißem Wasser, das kurze Zeit gekocht wurde, aufgelöst. Diese Anwendung wird in der Biochemie die

„Heiße 7" genannt. Zusätzlich wird dabei empfohlen, die biochemische Salbe Nr. 7 auf Stirn, Schläfe und

Nackenpartie einzureihen.

Da es nach einigen Migränetheorien im Migräneanfall zu einer relativen Übersäuerung kommt und da

Infusionen mit Natron (Natriumbicarbonat) nach Worlitschek gute Ergebnisse beim Migräneanfall bringen,

kann auch versucht werden, 2 gehäufte Esslöffel voll Natron als Pulver oder Tabletten zu nehmen. Dies ist

natürlich nur bei den Patienten möglich, die noch keine starke Übelkeit oder Abneigung gegen das Natron

aufweisen.

In einer Studie bei Kopfschmerz- und Migränepatienten wurde Ginkgo zur Anfallsbehandlung einsetzt. Bei

zehn Migräneanfällen lösten sich sieben Anfälle auf, einer wurde gebessert und bei zwei Teilnehmern trat nur

ein mäßiger Erfolg ein.

 

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