Der Dollar befindet sich im freien Fall - das Ende
einer Leitwährung "Wir werden stabilere Währungen schwächeren
gegenüber bevorzugen und wir werden die Neuausrichtung schnell vornehmen",
so kommentierte der Vizepräsident des Nationalen Volkskongresses, Cheng
Siwei, die Entscheidung Chinas, sich von den Dollar-Währungsreserven zu
trennen. 1,3 Billionen US Dollar hat China angeblich, den weitaus
größten Teil seiner Reserven hält es damit in einer
Währung, die Tag für Tag an Wert verliert. Heute fällt der
Dollar gerade auf ein Allzeittief gegenüber der europäischen
Währung, die sich als immer stabiler auf den internationalen
Finanzmärkten behauptet. Zweimal war der Dollar-Leitzins innerhalb der
letzten sechs Wochen durch die amerikanische Notenbank, die Federal Reserve
(FED), gesenkt worden, insgesamt um 0,75 Punkte. Beide Leitzinssenkungen haben
nicht das von den amerikanischen "Währungshütern" erhoffte Ziel
erreicht. Wie Kritiker von vornherein betonten, handelte es sich dabei um
Augenwischerei oder allenfalls die Chance für ein kurzes Aufatmen an der
Wallstreet. Gerade die letzte Leitzinssenkung vom vergangenen Donnerstag hat
allenfalls für eine - auf wenige Stunden begrenzte - Pause im weiteren
Dollarverfall gesorgt. Der Verkauf der chinesischen Dollar-Billionen war
schon lange als das mögliche Aus für den Dollar gewertet worden,
zumindest wird der chinesische Entschluss für neue Turbulenzen auf dem
Welt-Finanzmärkten und an der Börse sorgen. Die verstärkte
EURO-Nachfrage wird unabhängig von dem reinen US-Dollar Wechselkurs zu
einem weiteren Kursanstieg dieser Währung führen, europäische
und deutsche Exporte in die USA immer schwieriger machen. Bloomberg spricht
seit heute nicht mehr nur von einer "Subprime-Krise", der Zaubervokabel mit der
die Turbulenzen der vergangenen Monate auf die Hypothekenkrise reduziert werden
sollten, sondern von einem Subprime -Schock. Auch die Frage, wie lange die
Krise andauern werde, hat einen neuen Tenor: "Wie weit wird die Krise
gehen?" Gerade am vergangenen Montag machten neue Schlagzeilen über
Milliardenverluste amerikanischer Banken die Runde, die Citigroup muss 11
Milliarden US-Dollar abschreiben, Analysten vermuten jedoch, dass sich der
Gesamtverlust auf mindest 17,5 Milliarden Dollar belaufen wird. Gebündelte
Wertpapiere hätten seit Ende September "drastisch" an Wert verloren,
begründete die Citigroup ihre neuen Milliardenabschreibungen. Die
US-Notenbank Federal Reserve warnte am gleichen Tag vor einer anhaltenden Krise
am US-Hypothekenmarkt. Es werde noch "einige Quartale" zu Ausfällen bei
schlecht abgesicherten Krediten kommen, zitiert die Financial Times die
Einschätzung der FED. Neu daran ist, dass immer weniger von einer
kurzfristigen "Turbulenz" gesprochen wird. Noch nach den ersten Fonds-Crashs im
August versuchten nationale Notenbanken und Geschäftsbanken trotz anders
lautender Befürchtungen sämtlicher Fachleute, die Krise klein zu
reden. Der Ausverkauf der chinesischen Dollarreserven könnte dem Dollar
als Leitwährung tatsächlich den Todesstoß versetzen. Die Krise
wird nicht erst kommen, nicht nur die USA steckt mittendrin. Die politischen
Implikationen sind zu erahnen.
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