Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 14.07.2006357

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
6
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
02.03.2002 Rainer Rupp Junge Welt
UCK entlastet Milosevic
»Kosovo-Befreiungsarmee«: In Prekaz kein Massaker an Albanern, sondern Polizeioperation
 
Ausgerechnet die UCK, die offiziell längst aufgelöste »Befreiungsarmee des Kosovo«, trägt zur Entlastung von Slobodan Milosevic bei. Der frühere Präsident Jugoslawiens wird vor dem UN-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen der Prozeß gemacht. Im Kosovo verteilen (Ex-)Mitglieder der UCK derzeit eine Hochglanzbroschüre, die ungewollt den Kern der Verteidigungsstrategie von Milosevic stützt. Demnach sind die 56 Angehörige des Jashari-Klans und deren Freunde in dem kleinen Ort Prekaz Anfang März 1998 bei einer legitimen Polizeioperation gegen bewaffnete und separatistische Terroristen ums Leben gekommen, in deren Verlauf es auch unvermeidbare Opfer gab. Die Berichte über das angebliche Massaker an den Jasharis seien lediglich ein Tropfen im »Ozean der Lügen«, den die UCK und die NATO über Serbien zur Rechtfertigung ihres Kriegs ausgeschüttet hätten, hatte Milosevic Mitte Februar vor dem UN-Tribunal in Den Haag gesagt.

Die UCK verteilt die Broschüre im Rahmen der Errichtung einer Gedenkstätte zur Erinnerung an das Blutopfer der Jasharis »im Kampf um die nationale Unabhängigkeit«. Im März 1998 wurde die gräuliche Geschichte vom »Massaker in Prekaz« von den hiesigen Medien als weiterer Beweis für die verbrecherischen Serben genüßlich ausgeschlachtet. Demnach habe eine wild gewordene serbische Soldateska beim Überfall auf das Anwesen des Bergbauern und UCK-Kommandeurs Jashari 56 unschuldige Menschen, darunter Frauen und Kinder, kaltblütig massakriert.

Mahmut Bakali, kosovo-albanischer Politiker und Berater der UCK bei den Verhandlungen in Rambouillet, bezeugte vergangene Woche als einer der ersten vor dem Haager Tribunal, daß Milosevic im Frühjahr 1998 ihm gegenüber die »Operation in Prekaz« als legitime Polizeiaktion gerechtfertigt habe. Zum Leidwesen von Chefanklägerin Carla del Ponte wird gerade dies von der UCK-Hochglanzbroschüre ungewollt bestätigt. Unter dem Titel »Die Jasharis, die Geschichte ihres Widerstandskampfes« wird in dem Heldenheft berichtet, daß Adem Jasharis Frau Adile bei dem angeblichen Massaker 1998 als erste getötet wurde, »als sie für Adem Munition holte«. Als letzter starb der 13 Jahre alte Sohn Kuschtrim, »der mit einem automatischen Gewehr in den Händen fiel«.

Die meisten Familienmitglieder – 13 Personen, darunter eine sieben Jahre alten Nichte des UCK-Kommandeurs – starben, als eine Granate der serbischen Polizei das Haus traf. Während die westliche Presse damals berichtete, Angehörige des Jashari-Klans seien von Sicherheitskräften exekutiert worden, gibt es dazu in der UCK-Broschüre keinen Hinweis. Auch habe niemand zu fliehen versucht, heißt es seitens der UCK, obwohl die Familie bereits tags zuvor wußte, daß sich serbische Polizeienheiten zum Sturm auf das festungsartige Jashari-Anwesen gruppiert hatten. Alle seien sie entschlossen gewesen, ihr Leben für die »Befreiung« zu geben, für die sie »bereits seit 1991 kämpften, als Adem und seine Freunde den bewaffneten Kampf gegen die serbische Polizei aufnahmen. Zahlreiche Operationen wurden erfolgreich zu Ende geführt. Der serbische Staat wurde in seinen empfindlichsten Stellen getroffen«, heißt es stolz in der UCK-Broschüre.

Am 30. Dezember 1991 hätten serbische Polizei und Militär zum ersten Mal das Anwesen von Adem Jashari belagert, heißt es weiter. Darauf hin der Familie eine große Zahl von bewaffneten und unbewaffneten Menschen aus der Umgebung zu Hilfe geeilt. Die Polizei sei abgezogen. Dies sei »für sieben Jahre das letzte Mal gewesen, daß sich die Polizei nach Prekaz hineingewagt« habe. Erst am 22. Januar 1998 seien die Polizisten zurückgekommen, mit »Granatwerfern, Gewehren und automatischen Waffen« um das Jashari-Anwesen zu belagern. Aber die anwesenden Kämpfer hätten die Polizei vertrieben, unterstützt von Tausenden Menschen, die aus den umliegenden Dörfern herbeigeeilt waren. »Die Herausforderung war zu offen und die Schande zu groß, daß die Serben sie so einfach hätten schlucken können. Deshalb haben sie sich auf einen endgültigen, unmenschlichen Schlag vorbereitet.« Bis zum endgültigen Sturm auf die UCK-Hochburg in Prekaz dauerte es allerdings noch bis Anfang März. In der Zwischenzeit verdoppelte Jashari-Senior seine terroristischen Aktivitäten. Unter anderem war er UCK-Angaben zufolge an einem Überfall auf eine Polizeistation beteiligt, bei der sechs junge Polizisten erschossen wurden.

Die Todesfälle in Prekaz stehen zwar nicht in der Anklageschrift des Haager Tribunals gegen Milosevic, aber die Frage, ob der Tod der Jasharis das Resultat einer kaltblütigen Mordaktion oder einer legitimen Polizeioperation war, dürfte »sehr den Fortgang der Verhandlung beeinflussen«, schrieb kürzlich die Los Angeles Times unter Bezugnahme auf die UCK-Broschüre.

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht


Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.