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Ohne Impfungen
wäre die Diphtherie 25 Jahre früher bedeutungslos
geworden
Dr. med. Gerhard Buchwald
Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges setzte ein steiler
Rückgang der Diphtherie ein und ab 1920 ein jährliches
Zurückgehen bis 1925. Hier wurde die Impfung mit
Diphtherie-Adsorbat-Impfstoffen eingeführt. Die Zahl der Todesfälle
nahm daraufhin zu.
Benötigt eine Tuberkulose von der Ansteckung bis zum
Ausbruch unter Umständen drei Monate, kann eine Diphtherie zuweilen schon
24 Stunden nach der Ansteckung zum Ausbruch kommen. Eine einfache Diphtherie
ohne jegliche Komplikation kann in wenigen Tagen zur Abheilung kommen. Sie ist
eine Infektionskrankheit, welche bei Not, Elend und Hunger sehr deutlich
ansteigt, andererseits aber auf Ernährung, hygienisch-zivilisatorische
Verbesserungen besonders deutlich zurückgeht. Gab es im Durchschnitt von
Anfang des Jahrhunderts bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges in Deutschland
pro Jahr zwischen 12'000 und 15'000 Todesfälle, stiegen diese in den
Kriegsjahren 1914/18 bis auf fast 20'000 Fälle an. Ab Kriegsende 1918
begann der Rückgang bis auf etwa lO'OOO Fälle pro Jahr. Dies blieb so
für lange Jahre. Todesfall-Zahlen über die Zeit des 2. Weltkrieges
kann ich Ihnen nicht präsentieren. Entweder funktionierte das Meldesystem
nicht oder die Zahlen waren so schrecklich, dass sie nicht veröffentlicht
wurden (Bild 1).
Nach dem 2. Weltkrieg kam es ab der Währungsreform 1948
zu einer rasanten Besserung der Allgemeinlage der Bevölkerung. Dies
führte zu einem besonders raschen Rückgang der
Diphtherie-Todesfälle. Waren es 1949 noch l'146, so waren es 6 Jahre
später nur noch 200. Wenn der Massstab richtig beachtet wird, so zeigt
diese Kurve deutlich diesen Rückgang. Er setzte sich Jahr für Jahr
fort (Bild 2).
Von 200 Todesfällen im Jahr 1955 auf unter 10
Fälle im Jahr 1965 - und so ist es bis heute geblieben - und so wird es
bleiben! Das waren die Verhältnisse bei den Diphtherie-Todesfällen.
Noch interessanter war der Verlauf der Diphtherie-Erkrankungen. Damit sind
Fälle gemeint, die zur Ausheilung kamen (Bild 3).
Es gab nach dem Ersten Weltkrieg -ohne jede Impfung und nur
auf Grund der wieder ausreichenden Ernährung sowie einiger
hygienisch-zivilisatorisch-tech-nischer Verbesserungen, einen Rückgang von
jährlich zunächst etwa lOO'OOO Erkrankungen auf ca. 20'000 Fälle
im Jahre 1925. In diesem Jahr wurde mit einem für diese Zeit
beträchtlichen Propaganda-Aufwand der pharmazeutischen Industrie die
Diphtherie-Impfung eingeführt und zunehmend häufiger angewandt. Wie
die Kurve zeigt, trat ein merkwürdiger Erfolg" ein: Die
Erkrankungszahlen stiegen Jahr für Jahr an, um in den Kriegsjahren
regelrecht empor zu schnellen.
Die Spitze gab es 1943 bis 1945 mit ca. 250'000 Erkrankungen
pro Jahr. Wurde am Anfang des Krieges noch fleissig gegen Diphtherie geimpft,
erloschen die Impfungen in der letzten Kriegszeit sowie in den
Nachkriegsjahren, um nach der Währungsreform nach Aufnahme der Produktion
in den Impfstoff werken wieder aufgenommen zu werden. Von da ab zeigt die Kurve
eine Rückgangs-Verlangsamung bis zu einer neuen, abgeflachten Richtung.
Das heisst, die Rückgänge wurden noch langsamer. Die neue Richtung
hielt viele Jahre an, bis die Massenimpfungen von 1970 bis 1980 eine Unruhe im
Kurvenverlauf hervorriefen.
Von 1970 bis 1985 ist wieder eine fast gleichbleibende
Richtung zu erkennen, deren Verlauf wiederum abgeflachter gegenüber der
vorherigen Richtung war. Ab 1985 ist die Diphtherie bedeutungslos geworden. Die
Kurve lässt vermuten, dass wir ohne Impfung den 1985 erreichten Zustand
wahrscheinlich 25 Jahre früher erreicht hätten (Bild 4).
Beachten Sie in der nachfolgenden letzten Kurve (Bild 5) den
Massstab auf der Senkrechten. Er erstreckt sich von der Zahl 5" bis zur
Zahl 40". 1976 gab es nochmals 83 Diphtherie-Erkrankungen. Unschwer
lassen sich hier die Krankheitswellen erkennen. Diese Wellenspitzen waren die
Jahre 1977, 1983 und 1993. Die Wellen stellen natürliche
Infektionsabläufe dar, die mit einer Wiederkehr" oder mit einem
Wiederanstieg" der Diphtherie nichts zu tun haben.
In Amerika waren die Impfstoffhersteller für
Impfschäden haftbar gemacht worden. Da in Amerika der Wert der
menschlichen Gesundheit wesentlich höher veranschlagt wird als in
Deutschland, gingen die Entschädigungsleistungen, zu denen die
Impfstoffhersteller verurteilt wurden, meist in die Millionen Dollar. Dies
führte dazu, dass kleinere Impfstoffhersteller in Konkurs gingen oder die
Produktion einstellten. Die grossen Firmen schlugen die
Entschädigungskosten meist auf den Verkaufspreis ihrer Erzeugnisse, so
dass diese in Amerika immer teurer wurden. Die Firma SmithKline Beecham
verlegte ihre Aktivitäten deshalb nach Deutschland, denn hier werden die
Entschädigungen für die Impfopfer von der Allgemeinheit getragen. Bei
den Propagandaveranstaltungen begründete diese Firma die Notwendigkeit der
Diphtherie-Impfung in Deutschland damit, dass gerade hier eine
Diphtherie-Epidemie mit Todesfällen aufgetreten sei.
Ausserdem habe es auch in Schweden Diphtherieepidemien gegeben. Wenn man dieser
Behauptung nachgeht, stellt sich heraus, dass in Deutschland im Februar 1989
bei einem einjährigen unge-impften Kind die Diagnose Diphtherie gestellt
worden war. Das Kind ist wenige Tage später verstorben. Die Einzelheiten
wurden vom Gesundheitsamt Reutlingen im Deutschen Ärzteblatt unter der
Überschrift: Diphtheriausbruch in Reutlingen" berichtet. Mehrfach
wird in diesem Bericht erwähnt, dass dieses Kind aus einer
Gemeinschaftseinrichtung" stammt -nirgendwo aber ist erklärt, was
unter einer Gemeinschaftseinrichtung" zu verstehen ist. Sieht man sich
die Originalarbeit über den Diphtherieausbruch in Schweden an, so lautet
die Überschrift (ins Deutsche übersetzt): Diphtherieausbruch
unter schwedischen Alkoholikern". In beiden Fällen kann von Randgruppen
unserer Gesellschaft gesprochen werden. Bei dem Kind in Reutlingen handelt es
sich nicht um ein wohlbehütetes, von seinen Eltern geliebtes und im
Fami-lienverband aufgewachsenes Kleinkind, sondern um ein Kind aus einer
Gemeinschaftseinrichtung". Die schwedischen Diphtheriefälle stammen
aus dem Alkoholikermilieu. Diese beiden Tatsachen, denen meines Erachtens eine
entscheidende Bedeutung zukommt, sind in den Einführungsvorträgen der
Impfpropagandisten der Firma SmithKline Beecham wohlweislich nicht erwähnt
worden.
Anschrift des Verfassers: Dr. tned. Gerhard Buchwald Am
Wolfsbühl 28 D 95128 Bad Stehen |