Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 13.07.2006222

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
05.04.2002 Interview: Hannes Kleber Junge Welt
Journalisten im Krieg: Presse unerwünscht?
jW sprach mit Ulrike Märcks-Franzen vom ver.di-Fachbereich 8, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union dju
 
F: Das israelische Militär will Journalisten aus den Kriegszonen verbannen. Was sagt die dju dazu?

Sie haben nicht nur die Absicht bekundet, sondern sind schon dabei, die Kollegen aus den besetzten Gebieten fernzuhalten. Das können wir in keiner Weise akzeptieren. Wir sehen zwar durchaus die Gefährdung der Kollegen, aber wir meinen, daß es die Entscheidung des Journalisten sein muß, ob er sich der Gefahr aussetzt. Was wir aber auf keinen Fall gutheißen können, ist, daß von vornherein die Anwesenheit der Presse an diesen Orten ausgeschlossen wird. Das halten wir für einen Eingriff in die Pressefreiheit.

F: Haben Sie protestiert?

Wir sind gerade dabei, eine Protestnote zu formulieren, wobei ich es wichtig finde, daß nicht nur von uns Protest kommt. Aber die internationalen Organisationen, in denen wir vertreten sind, haben sich schon eingeschaltet. Die Internationale Journalistenföderation zum Beispiel, Reporter ohne Grenzen und andere.

F: Sehen Sie es als medienpolitisches Problem, wenn versucht wird, die Berichterstattung über einen derartigen Konflikt zu kontrollieren?

Mehr als ein politisches denn ein medienpolitisches. Es ist der Versuch, die Augen der Weltöffentlichkeit von den Schauplätzen fernzuhalten. Das sieht man auch daran, daß Korrespondenten vor Ort verwarnt oder ausgewiesen werden, wenn die israelische Regierung mit der Art ihrer Berichterstattung im Ausland nicht einverstanden ist.

F: Ist das dju-Mitgliedern passiert?

Nein, bisher nicht, soweit wir wissen. Betroffen sind vor allem Kollegen aus arabischen Ländern, die sicher eine andere Sicht der Dinge haben als die israelische Regierung.

F: Gibt es von der dju Solidaritätserklärungen für die palästinensischen Kollegen, deren Fernsehsender, Radiostationen dichtgemacht werden?

Gegen die Bombardierung der palästinensischen Sender haben wir bereits vor zwei Monaten protestiert. Wir verurteilen wie in jedem Konflikt körperliche Bedrohung auch von Kollegen und halten es für unzulässig, sie zu Zielscheiben zu machen. Wir sagen aber auch, die Kollegen sollen sich nicht leichtfertig oder aus Abenteuerlust zwischen die Fronten begeben. Aber wir halten es für absolut unzulässig, Journalisten aus den Zonen der militärischen Auseinandersetzungen auszusperren und jede Berichterstattung, jeden kritischen Blick der Welt auf diesen Konflikt zu verhindern. Die Beeinträchtigung der Arbeit der palästinensischen Kollegen ist darüber hinaus noch ein besonderes Feld, ein Eingriff, den wir nicht hinnehmen können.

Aber auch die israelischen Kollegen sind betroffen. Auch sie werden ausgesperrt und sind allein auf die Verlautbarungen der israelischen Armee und der Regierung angewiesen. Sie können sich, selbst wenn sie es wollten, was ich nicht beurteilen kann, kein eigenes Bild von der Wirklichkeit machen. Sie haben - anders als die Palästinenser - natürlich noch Sender und Zeitungen, aber der Tenor der Berichterstattung ist natürlich nun sehr einheitlich.

F: Es scheint sich in den letzten Jahren eine Tendenz herauszubilden, daß ein kleiner Krieg im Krieg gegen die Presse geführt wird. Erst der Anschlag der NATO-Truppen auf den Sender in Belgrad, dann die Bombardierung des Al-Dschasira-Büros in Kabul und jetzt die neuesten Vorkommnisse in Palästina.

Ich weiß nicht, ob ich es so nennen würde. Ich will die Unterdrückung der Presse nicht verharmlosen, aber auch nicht dramatisieren. Medien werden von den kriegsführenden Parteien eben auch als Mittel eingesetzt und werden genauso bekämpft. Wenn wir das zu sehr dramatisieren, lenken wir vom Krieg und den Menschenrechtsverletzungen ab. Natürlich ist uns der Umgang mit der Pressefreiheit besonders wichtig. Aber wo allgemein sämtliche Rechte der Menschen beeinträchtigt werden, ist das eine logische Folge, daß auch dieses Recht leidet.

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht


Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.