Niedergewalzte Häuser, Leichen auf den
Straßen, hilflos umherirrende Kinder. Das palästinensische
Flüchtlingslager Dschenin gibt es nicht mehr. Von den israelischen
Militärs auf die Liste der Terrornester gesetzt, bekam es die ganze
Vernichtungswut der Besatzungsmacht zu spüren. Mindestens 500 Einwohner
sind nach palästinensischen Angaben getötet worden. Daß sich
israelische Soldaten als Leichenbestatter betätigen, legt die Vermutung
nahe, daß die Spuren eines Massakers beseitigt werden sollen.
In
EU-Kreisen spricht man von alarmierenden Berichten und droht mit »ernsten
Konsequenzen«, sollten sie sich bewahrheiten. Wie ernst das zu nehmen
ist, bewies das Abstimmungsverhalten Deutschlands und Großbritanniens,
die in der UN-Menschenrechtskommission gegen eine Verurteilung Israels
stimmten. Deutschland könne keine Resolution mittragen, in der von
Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen Israels die Rede sei,
sagte der deutsche UN-Botschafter Lewalter. Auf die Frage nach dem
Wahrheitsgehalt dieses Vorwurfes ließ er sich erst gar nicht ein.
Einen solch schlampigen Umgang mit der Wahrheit haben die Deutschen
auch gepflegt, als die gleichen Verbrechen Serbien vorgeworfen wurden. Die
Serben waren ebenso grausamer Massaker zu überführen wie Israel von
solchen Anschuldigungen freizusprechen ist. Daß die 45 Toten von Racak
kaltblütig exekutierte Zivilisten gewesen seien, wurde als
Tatsachenbehauptung und nicht etwa als »UCK-Angaben zufolge« in die
Welt gesetzt und war der Überprüfung nicht wert. Racak folgte das
Diktat von Rambouillet, und der Nichtannahme dieser Zumutung folgte der Krieg.
Die Serben hatten eine internationale Kommission zur Untersuchung der
vorgeblichen Massaker-Opfer angefordert. Deren Bericht, der eindeutig auf ein
gestelltes Massaker schließen läßt, hat die NATO erst nach dem
Krieg freigegeben.
Die Israelis verscharren ihre Opfer und würden
eine internationale Untersuchungskommission niemals zulassen. Internationalen
Druck haben sie deshalb nicht zu befürchten. Denn Israel wird ein Recht
auf Selbstverteidigung im Kampf gegen den Terror zugestanden. Auch Serbien hat
sich dieses Recht - im eigenen Land und nicht auf okkupiertem Territorium -
herausgenommen. Und wurde damit bestraft, daß serbisches nun okkupiertes
Territorium ist.
Die humanitäre Katastrophe, die im Kosovo
behauptet wurde, ist in Palästina eine unleugbare Tatsache. Doch nun
wähnt sich der Terror nicht in den »Menschenrechten«
legitimiert, sondern die Verletzung der Menschenrechte im »Kampf gegen
den Terror«. |