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20.04.2002 Rüdiger Göbel Junge Welt
Meinungssoldaten im Ersten
Wie in der ARD vom Krieg im Nahen Osten berichtet wird
 
PR-Profi Jamie Shea, während des Krieges gegen Jugoslawien Sprecher der NATO, sieht den Journalisten als »Soldat« im Meinungskrieg. Kampfauftrag der vierten Waffengattung: Vernebelung und Eroberung der Köpfe. Die israelische Armee hat es nicht leicht. Aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin kommen Erdbebenbilder, Verwesungsgeruch und internationale Fassungslosigkeit. Presseoffiziere müssen Überstunden schieben, damit aus der Liquidierung des palästinensischen Widerstands kein mediales Waterloo wird.

Die hiesigen Meinungssoldaten werden erfolgreich munitioniert. »Sicherheitsgründe« hätten die »Israelischen Verteidigungskräfte« (IDF), wie die Besatzerarmee euphemistisch genannt wird, »gezwungen«, Journalisten und Rettungskräfte über zwei Wochen hinweg den Weg in die besetzten Palästinenserstädte zu versperren. Der Dschihadistenterrorist könnte sich ja, bevor ihn ein IDF-Bauchschuß tödlich traf, einen Bombengürtel umgebunden haben, die verwesende Leiche mithin Sprengfalle sein. So oder so ähnlich begründete etwa ARD-Korrespondent Peter Dudzik in den letzten Tagen die Journalistensperre der israelischen Armee in Dschenin. Als sich die Armee kurzzeitig zurückgezogen und Pressevertretern Einlaß in das Lager gewährt habe, »haben Palästinenser die Situation ausgenutzt und 500 Sprengfallen an der Straße entlang gelegt«, wußte Dudzik am Donnerstag abend in der Tagesschau dem Zuschauer über die Gefahren eines aufrechten Journalisten zu berichten - so überzeugend, als hätte der ARD-Kollege die Bombenleger bei der Arbeit persönlich gesehen und die Minen gezählt. Wer die irrsinnige Meldung produzierte, sagte Dudzik nicht. Die »Information« kam vom Pressestab der israelischen Armee, wie das ARD-Studio in Tel Aviv am Freitag auf jW-Nachfrage einräumte. Dudzik selbst war nicht zu sprechen. Noch Fragen? Israels Meinungssoldat beim deutschen Staatsfernsehen ist telefonisch unter 0097235628995 zu erreichen.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.