| Infos von www.das-gibts-doch-nicht.info
|
| 23.04.2002 |
Interview: Christian Kliver |
Junge
Welt |
| Israelische »Operation Schutzwall«: Krieg gegen die
Zivilbevölkerung? |
| Mark Zeitkoun arbeitet als Wassertechniker in
der Westbank, Peter Holland ist Sprecher der Organisation Oxfam aus Quebec,
Kanada. jW sprach mit ihnen |
| |
F: Nach dem Abzug der israelischen Armee aus den
besetzten palästinensischen Autonomiegebieten wird das Ausmaß der
Schäden mehr und mehr deutlich. Was konnten Sie beobachten?
Zeitkoun: In fast allen Städten, die von der israelischen Armee
während der vergangenen Wochen besetzt gehalten wurden, mußten wir
schwere Schäden an der Infrastruktur feststellen. Vor allem
Wasserleitungen scheinen gezielt zerstört worden zu sein. In vielen
Fällen wurden die unterirdisch laufenden Wasserleitungen dafür extra
freigelegt, oder die Stromzufuhr für die Pumpen wurde zerstört.
F: Wie reagierten die Menschen darauf?
Zeitkoun: Versuche, die
Wasserzufuhr wiederherzustellen, oder Wasser auf einem anderen Weg zu den
Bewohnern zu bringen, wurden von den Soldaten verhindert. Am vergangenen
Mittwoch wollte ich nach Nablus. In meinem Gepäck hatte ich eine Flasche
Wasser, deswegen wurde mir der Durchgang verweigert.
F: Wie verhielten
sich die Menschen in den besetzten Städten?
Zeitkoun:
Städtische Mitarbeiter, die Reparaturarbeiten begonnen haben, wurden
festgenommen oder unter Beschuß genommen. In einem Fall überrollte
ein Panzer das Fahrzeug des palästinensischen Reparaturteams. In ihm
befanden sich noch Menschen. In einem anderen Fall wurden sieben Männer
wegen der Reparaturarbeiten festgenommen.
F: Welche Konsequenzen hatte
die Unterbrechung der Wasserzufuhr?
Holland: Am vergangenen Dienstag
wurden wir von der israelischen Armee in das Flüchtlingslager Dschenin
gelassen und konnten die Menschen so versorgen. Nach zwölf Tagen
Ausgangssperre und der Kappung der Wasserzufuhr waren zahlreiche Menschen
dehydriert.
F: Wie viele Menschen waren davon betroffen?
Holland: Unseren Schätzungen zufolge waren von der Ausgangssperre
in Nablus 40000 Menschen und in Dschenin ebenfalls Tausende rund zwei Wochen
lang betroffen. Weder uns noch anderen Organisationen wurde es erlaubt,
Hilfsgüter zu verteilen. |
|