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Werner Pirker 27.04.2002 Junge Weltv
Scharons Kalkülv
Saudi-arabischer Kronprinz zu Gesprächen bei US-Präsident Bush
 
Die USA, so der saudiarabische Kronprinz Abdullah gegenüber US-Präsident Bush, würden »ernste Konsequenzen« für ihre Interessen im Nahen Osten riskieren, setzten sie die Unterstützung für das militärische Vorgehen Israels gegen die Palästinenser fort. Das ist eine deutliche Aussage, die präzis den Kern des gegenwärtigen amerikanisch-saudischen Verhältnisses trifft. Sie enthält das Angebot: Saudi-Arabien stünde auch weiterhin für die Interessen der USA in der Region ein, sollte Washington Israel zu einem Ausgleich mit den Palästinensern zwingen.

Um welche Interessen kann es sich dabei handeln? Das Öl als Waffe zu benutzen, hat der Kronprinz definitiv ausgeschlossen. Bleibt das bekanntlich vordringliche Interesse der USA, den Irak militärisch niederzuringen. Hingegen besteht in Übersee kein Interesse daran, sich durch den Überfall auf ein arabisches Land die Feindschaft der arabischen Staatenwelt zuzuziehen. Doch den Bemühungen zur Reaktivierung der alten Golfkriegsallianz unter arabischer Beteiligung war bislang nur mäßiger Erfolg beschieden. Der Irak hat diesmal kein arabisches Land annektiert. Das macht es den Ölscheichs und den Kompradoren-Bourgeois bedeutend schwerer, sich der arabischen Solidarität mit dem Irak zu entziehen.

Den Hauptgrund für den Mangel an arabischer Unterstützung der US-Interessen gegenüber Irak aber liefert Scharons Krieg. Israel als strategischer Verbündeter der USA ist offenbar nicht gewillt, sich den Interessen der Führungsmacht unterzuordnen. Damit hat es Washington in eine Situation gebracht, die ihm ein deutlich propalästinensisches Engagement abverlangen würde, wollte es sich seiner arabischen »Freunde« auch weiterhin sicher sein. Doch dazu ist Bush ebensowenig bereit, wie Scharon bereit ist, den saudischen Friedensplan zu akzeptieren.

Aber vielleicht handelt das israelische Kriegskabinett gerade deshalb so und nicht anders. In ständiger Furcht vor einem arabisch-amerikanischen Kompromiß will Israel Fakten schaffen, die einem solchen von vornherein den Boden entziehen. Ist die Autonomiebehörde einmal zerstört, die palästinensische Infrastruktur vernichtet, die Bevölkerung ihrer Existenzgrundlagen beraubt, gibt es auch keine Grundlagen für eine Zweistaaten-Lösung mehr. Was dieses mörderische Kalkül unberücksichtigt läßt, ist der subjektive Faktor eines unterdrückten Volkes, dessen Existenz als Nation in seinem Bewußtsein beruht.

Daß ein befehlsgewohnter US-Präsident gegenüber Israel keine Machtworte findet, ist nur aus der mentalen Verfassung dieser Administration erklärbar. Weil sie selbst eine Politik der verbrannten Erde betreibt, kann und will sie sich der Faszination der israelischen Gewaltpolitik nicht entziehen.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.