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06.05.2002 Rainer Rupp Junge Welt
Imagepflege in den USA
Israels Premier zu Gesprächen in Washington. Ziel ist Isolierung Arafats. Kritik an Scharon wächst
 
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist am Sonntag zu einem mehrtägigen Besuch nach Washington und New York aufgebrochen. Ziel der Visite: Der israelische Regierungschef will erreichen, daß Palästinenserpräsident Yassir Arafat künftig nicht mehr als Verhandlungspartner akzeptiert wird. Israel habe »Beweise« für die Verwicklung Arafat in Terroranschläge. Scharon werde US-Präsident George W. Bush einen 100seitigen Bericht überreichen, der »Zehntausende Dokumente« enthalte, die die israelische Armee im Laufe ihrer jüngsten Operation in den palästinensischen Autonomiegebieten beschlagnahmt habe, sagte Scharons Berater Danni Ajalon am Sonnabend. »Arafat billigte die Finanzierung von Selbstmordattentätern und Organisationen, die in Anschläge verwickelt sind«.

Parallel zur Diskreditierung Arafats bemühen sich die israelischen Medien darum, Übergriffe israelischer Soldaten im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin als Akte einiger weniger Einzeltäter darzustellen, um den »guten Ruf« ihrer Armee zu retten. So schrieb die israelische Tageszeitung Haaretz in der vergangenen Woche: »Noch während die Regierung schwierige Manöver unternahm, damit der gute Ruf der israelischen Armee wegen der Vorfälle im Flüchtlingslager Dschenin nicht von einer UN-Untersuchungskommission beschmutzt werden konnte, stellte sich heraus, daß etliche der israelischen Soldaten selbst Schande über sich und die Armee gebracht haben, indem sie sich dem Vandalismus hingegeben haben. In einigen Fällen soll es sogar zu Plünderungen gekommen sein. Dadurch haben sie einen langen Schatten über all jene Soldaten geworfen, die sich während der Erstürmung von Dschenin um ein korrektes Vorgehen mit humanitärem Gespür bemüht haben.«

Der Schaden, den der israelische Premier Ariel Scharon mit der Operation »Schutzwall« seinem Land zugefügt hat, ist beträchtlich. So verwies der britische Nahostexperte und in Beirut lebende Journalist David Hirst kürzlich in der Japan Times unter dem Titel »Amerikas eigener Schurkenstaat« Israel auf den ihm gebührenden Platz. Erfahrungsgemäß, so Hirst, verstünde der Westen unter einem »Schurkenstaat« eine repressive Diktatur, obwohl das allein keine ausreichende Bedingung dafür sei. Ein »Schurkenstaat« zeichne sich auch dadurch aus, daß er eine ständige und außerordentliche Bedrohung für die existierende Staatenordnung darstelle, verbunden mit einem aggressiven Verhalten und einer überproportionalen Rüstungspolitik und Waffenanhäufung, die in der Entwicklung oder Beschaffung von Massenvernichtungswaffen gipfelt. Außerdem gelte als wichtige Bedingung für die Definition des Schurkenstaates, daß das Land ein Feind der USA sein muß, denn schließlich hätte Washington diesen Begriff geprägt und festgelegt, auf welches Land er zutrifft. Außer dieser letzten Bedingung, nämlich ein Feind der USA zu sein, träfen allerdings alle anderen Merkmale eines »Schurkenstaates« auf Israel zu. Lediglich das enge Verhältnis zu den Vereinigten Staaten erlaube es Israel, sich mehr als alle anderen Staaten der Region straflos mit besonders herausragenden Merkmalen eines Schurkenstaates auszuzeichnen. Der israelische Staat unterdrücke zwar nicht seine jüdischen Bürger, so Hirst in der Japan Times, aber als kolonialistischer Staat unterdrückt er direkt und indirekt die einheimische arabische Bevölkerung, über die er »mit brutaler Gewalt« herrscht.

Um diese Politik abzusichern, ist Israel zu einer reichlich überdimensionierten Militärmacht geworden, sowohl auf konventionellem als auch auf dem Gebiet der Massenvernichtungswaffen. Zugleich ist Israel zu einer ständigen Ursache zunehmender regionaler Krisen geworden, und es stellt für die langfristigen Interessen der Vereinigten Staaten eine viel größere Gefahr dar als Irak oder irgendein anderes, offiziell als Schurkenstaat designiertes Land in der Region wie Syrien, Libyen oder Iran.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.