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07.05.2002 Rainer Rupp Junge Welt
USA stellen Arafat an den Pranger
Israels Premier will den Palästinenserpräsidenten in Washington ausmanövrieren
 
»In bezug auf die Bekämpfung des Terrorismus, der Korruption und der Rechtsstaatlichkeit hat Yassir Arafat unser Vertrauen bisher nicht gewonnen. Und das sind alles Schlüsselfragen, die der Präsident (George Bush) genau beobachten wird«, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am vergangenen Freitag in Washington in Vorbereitung des Besuchs des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Der Premier beschuldigt Arafat, in Palästina »ein korruptes Terrorregime« geschaffen zu haben, weshalb Fortschritte zum Frieden nur noch ohne diesen möglich seien.

Bei seinem Besuch in Washington will Scharon offensichtlich die Bush-Regierung mit Hilfe der starken, pro-zionistischen Lobby in Kongreß, Wirtschaft und Medien ausmanövrieren. So hatte z. B. am 2. Mai der amerikanische Kongreß mit 352 zu 21 Stimmen bei 29 Enthaltungen und im Senat mit 94 zu zwei Stimmen zwei Resolutionen verabschiedet, die der Scharon-Regierung bei deren militärischem Vorgehen gegen die Palästinenser die »uneingeschränkte Unterstützung« der Vereinigten Staaten zusichern und Yassir Arafat auffordern, »mehr Führungsqualitäten« zu zeigen.

Dabei hatte US-Präsident Bush in seiner Rede im Rosengarten des Weißen Hauses Ende letzter Woche noch einen krampfhaften Versuch der »Unparteilichkeit« gemacht. Zwar verstünde Bush, so sein Sprecher Ari Fleischer, daß die Handlungen Israels »notwendige Akte der Selbstverteidigung« seien. Zugleich aber wolle der Präsident sicherstellen, »daß Israel keine Schritte unternimmt, welche die Möglichkeit untergraben, eine politische Lösung oder eine Vision des Friedens zu finden«. Und an die Palästinenserbehörde gerichtet erwarte der Präsident, daß sie eine Situation in ihrem Land schaffe, »in der Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und die Abwesenheit von Korruption die hervorragendsten Merkmale sind.«

Aber bereits am Sonntag war die Nationale Sicherheitsberaterin Bushs, Condoleeza Rice, äußerst bemüht, einen Bericht der New York Times zu dementieren, die unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten berichtet hatte, daß sich das Weiße Haus damit abgefunden hätte, auch weiterhin Arafat als Verhandlungspartner gegenmüberzutreten, »egal, wie widerlich er auch sein mag«. Statt dessen bekräftigte Frau Rice gegenüber dem konservativen Sender Fox News Sunday: »Wir werden sehr klar und deutlich machen, daß die derzeitige palästinensische Führung nicht die Art von Führung zeigt, einen palästinensischen Staat, wie wir ihn brauchen, zu führen.« Auch sie verlangte von der Palästinenserbehörde »weitreichende Reformen« und den Beweis, daß »sie demokratisch, transparent und nicht korrupt ist«. Diese drei Forderungen, die seit kurzem ständig erhoben werden, sind sicherlich richtig, allerdings im Munde der amerikanischen Regierung zu Kampfbegriffen im Propagandakrieg zur internationalen Delegitimierung Arafats verkommen. Die Tatsache, daß US-Außenminister Colin Powell Arafat bisher nicht eingeladen und inzwischen auch wissen lassen hat, daß Arafat mit großer Sicherheit an den Sommergesprächen über Palästina nicht teilnehmen kann, muß als weiteres Indiz dafür gedeutet werden, daß die Bush-Regierung grundsätzlich auf den Plan Scharons eingeschwenkt ist, den Palästinenserpräsidenten in die Wüste zu schicken.

Auch die Washington Post berief sich zum Wochenende auf eine Quelle im Weißen Haus, wonach die Regierung demokratische und marktorientierte Institutionen in Palästina will, die nicht nur von der gesamten arabischen Welt, sondern auch von der EU und Rußland unterstützt werden. Allerdings müßte dafür »noch etwas« hinsichtlich der jüdischen Siedlungen getan werden, meinte Außenminister Powell am Sonntag zu den Israelis, womit er die illegalen Ansiedlungen zionistischer Besatzer auf palästinensischem Gebiet ansprach.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.