Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 13.07.2006205

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
08.05.2002 Werner Pirker Junge Welt
Das Intrigenspiel
Scharon auf Gesprächstour in den USA
 
Israels Premier Ariel Scharon forderte anläßlich seiner Gespräche mit der US-Führung eine Reform der palästinensischen Autonomiebehörde. Weil das Schicksal eines Volkes nicht vom Willen eines einzelnen Mannes abhängen dürfe. Demokratisches Engagement für ein unterdrücktes Volk: Das also ist es, was die israelische Politik bewegt. Man hätte es nicht für möglich gehalten.

Es ist wohl kaum zu bestreiten, daß das Arafat-Regime autokratisch, repressiv und korrupt ist. Doch diese Entwicklung nahm es nicht aus sich selbst heraus. Das ergab sich aus seiner Fremdbestimmung. Die PLO ist von einer Befreiungsbewegung zu einer von Israel eingesetzten Behörde für palästinensische Angelegenheiten in den besetzten Gebieten degeneriert. In den Autonomiegebieten konnte sich keine andere Bourgeoisie entwickeln als eine Kompradorenbourgeoisie. Und eine andere Kompradorenbourgeoisie als eine korrupte, demokratiefeindliche gibt es nicht.

Was Scharon beklagt, ist nicht das Fehlen demokratischer Strukturen in Palästina und schon gar nicht die relative Hegemonie der palästinensischen Bourgeoisie. Was ihn irritiert, ist die Rolle Arafats als charismatische Führungspersönlichkeit. Die Zerlegung Palästinas in Bantustans erfordert die Zerschlagung der PLO als einheitliche Nationalbewegung. Arafat verkörpert den nationalstaatlichen Gedanken und eine Behörde, die zwar zur Kollaboration mit der Besatzungsmacht bereit war, aber keine Bantustan-Häuptlinge hervorbrachte.

Von seinen amerikanischen Gesprächspartnern mußte sich Scharon sagen lassen, daß sie Arafat weiterhin als Repräsentanten des palästinensischen Volkes akzeptieren. Wie es heißt, plane Bush eine Stärkung des palästinensischen Sicherheitsapparates. Den haben die Israelis gerade erst zerschlagen. Die amerikanische Wiederaufbauhilfe dürfte indes nicht auf die Herstellung souveräner staatlicher Strukturen in den Autonomiegebieten, sondern darauf gerichtet sein, Palästinenser erneut in eine Frontstellung gegen Palästinenser zu bringen.

Doch inzwischen haben die Amerikaner ihren Ruf als »ehrliche Makler« in Nahost wohl endgültig verspielt. Daß sie nicht vermitteln, sondern Partei an der Seite Israels sind, haben sie mit der Verhinderung einer Kommission zur Untersuchung der Vorfälle in Dschenin eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dafür hat sich Scharon auch artig bedankt. Washington habe Israel geholfen, »aus dieser komplizierten Situation herauszufinden«. Das kann doch nur heißen: Ohne amerikanisches Machtwort wäre es den Israelis nicht gelungen, in Dschenin begangene Kriegsverbrechen vor den Augen der internationalen Öffentlichkeit zu verbergen.

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Zurück zur Seite vorher


Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.