WAZ-Konzern will Kirch beerben und ganz groß
rauskommen Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) ist eine regionale
Medienmacht in Nordrhein-Westfalen. In Berlin, München oder Freiburg wird
sie dagegen kaum zur Kenntnis genommen, obwohl der Einfluß der WAZ-Gruppe
schon jetzt bei weitem größer, ist als es scheint. Aber nun will das
Unternehmen ins ganz große Geschäft einsteigen. Gemeinsam mit der
Commerzbank und Columbia Pictures soll Leo Kirchs Erbe angetreten und sein
Medienreich übernommen werden. Und nicht nur das. Gleichzeitig kämpft
das WAZ-Management seit Kirchs Abgang um dessen Aktienpaket am Axel Springer
Verlag. Gelingen diese Coups, müssen die Machtverhältnisse in der
deutschen Medienlandschaft neu definiert werden. Denn dann würde die WAZ
sowohl beim privaten Fernsehen, dem Rechtehandel und dem - bislang allerdings
defizitären - Sportgeschäft eine dicke Nummer. Bei den Printmedien
wäre eine Beteiligung an Springer gleichzeitig die Bremse für die
Verlegerwitwe Friede Springer, die gern die absolute Mehrheit an ihrer
Verlagsgruppe in die Hand bekommen hätte. Das Finale dürfte spannend
werden. |