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18.06.2002 Werner Pirker Junge Welt
Sicherheitsarchitektur
Israel sperrt die Autonomiegebiete ein
 
Das Westjordanland verschwindet hinter einer hohen Mauer. Seine Bevölkerung gerät in Lagerhaft. Die physische Trennung zwischen den beiden Völkern auf dem Boden des historischen Palästina, wie sie auch die israelische Friedensbewegung fordert, wird vollzogen. Der Zweistaaten-Lösung aber, die Israels Pazifisten mit dieser Forderung verbanden, werden damit endgültig alle realen Voraussetzungen entzogen. Die Falle schnappt zu. Noch in tausend Jahren sollen es die Palästinenser bereuen, je ein Stück eigenen Territoriums beansprucht zu haben.

Israels rechtsextreme Gegner des Mauerbaus regen sich völlig unnötig auf, wenn sie lamentieren, der Wall um das Westjordanland könnte die vorweggenommene permanente Grenze eines künftigen Palästinenserstaates markieren. Wann hat es je einen Staat gegeben, der von einer fremden Macht eingemauert worden wäre? Ganz zu schweigen von einem souveränen, lebensfähigen Staat.
Das Apartheid-Regime, das Israel über die Palästinensergebiete verhängt, wird nicht erst mit dem Bau dieses Kunstwerkes israelischer Sicherheitsarchitektur geschaffen. Es entsprach von Beginn an der zionistischen Interpretation des Oslo-Prozesses. Diese machte sich umgehend im Bau von jüdischen Siedlerwällen bemerkbar, die das palästinensische Siedlungsgebiet durchtrennten und über die Errichtung eines exklusiv-jüdischen Straßennetzes eine organische Einheit zwischen Israel und seinen Enklaven in den besetzten Territorien schuf. Die Bantustanisierung Palästinas war das auslösende Moment der zweiten Intifada. Der israelisch-palästinensische Kompromiß von 1993 ist nicht von den Palästinensern aufgehoben worden, sondern von den Aktivisten der israelischen Landnahme.

Es gäbe keine palästinensischen Selbstmordanschläge als Ausdruck abgrundtiefer Verzweiflung und einziges Mittel, die Nation des Unterdrückerstaates in Panik zu versetzen, wäre auf Seiten des israelischen Establishments auch nur die Spur von ehrlichen Absichten hinsichtlich einer Zweistaatenlösung zu erkennen gewesen. Mit der Einkerkerung der palästinensischen Autonomie findet der Oslo-Prozeß israelischer Auslegung seine logische Vollendung. Nicht nur diese letzte drastische Maßnahme, auch alle vorangegangenen israelischen Aktionen zur Torpedierung der Zweistaaten-Lösung sind mit Sicherheitsinteressen begründet worden. Doch solange den Palästinensern ihr Recht auf eine gleichberechtigte nationale Existenz verwehrt wird, bleibt die Sicherheit der Kolonisten eine Illusion. Denn mit den Palästinensern geraten auch die Siedler und die Besatzungssoldaten in eine sehr unkomfortable Situation. Scharon kann den Widerstand nicht zerstören, sondern ihn nur auf eine höhere Ebene heben.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.