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20.06.2002 Rainer Rupp Junge Welt
Prominenter Beistand
Ex-CNN-Chef Ted Turner beschuldigt Israel des Staatsterrorismus gegen Palästinenser
 
Ted Turner, Dollarmilliardär und Gründer des Nachrichtensenders CNN, hat am Dienstag Israel des Staatsterrorismus gegen die Palästinenser beschuldigt. »Ist es nicht so, daß sich Israelis und Palästinenser gegenseitig terrorisieren?« sagte Turner, derzeit Vizepräsident des US-Medienkonzerns AOL-Time Warner, zu dem auch CNN gehört, in einem Interview mit dem britischen Guardian. »Die Palästinenser kämpfen mit menschlichen Selbstmordbombern, weil das alles ist, was sie haben.

Die Israelis verfügen dagegen über eine der mächtigsten Kriegsmaschinen der Welt. Die Palästinenser haben nichts. Wer sind also die Terroristen? Für mich gilt, daß beide Seiten Terrorismus betreiben.« Für Ted Turner, der im Jahre 1997 den Vereinten Nationen eine Milliarde Dollar gespendet hat, liegen die Ursachen der palästinensischen Selbstmordattentate in der Verzweiflung und Armut der Palästinenser.

Von einer ganz unerwarteten Seite erhielten die Palästinenser am Dienstag öffentliche Sympathiebezeugungen für ihren Kampf gegen die brutale Unterdrückungspolitik der israelischen Besatzungsmacht. Cherie Blair, Juristin und Frau des britischen Premierministers Tony Blair, hatte auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten medizinischer Hilfe für Palästinenser in London indirekt Verständnis für junge Palästinenser angedeutet, die sich zu Selbstmordanschlägen bereitfinden. »Solange es junge Leute gibt, die keine andere Hoffnung haben, als sich in die Luft zu jagen, kann es keinen Fortschritt geben«, erklärte sie.

Wie die sofortigen wütenden Reaktionen zionistischer Lobbys in den USA und der Vertreter der Scharon-Regierung in Israel deutlich machten, haben sowohl Ted Turner als auch Cherie Blair mit ihren Äußerungen in ein Wespennest gestochen. Andrea Levin, Direktorin von »CAMERA«, einer proisraelischen Vereinigung zur Überwachung der amerikanischen Medien, verurteilte Ted Turners Ansichten als »einen widerlichen Versuch, die Grenze zwischen Tätern und Opfern zu verwischen«, während Vertreter der Scharon-Regierung den CNN-Gründer einfach als »dumm« bezeichneten. Auch Cherie Blair kam unter heftigen Beschuß, so daß ihr Mann Tony mit einer »Was-meine-Frau-wirklich-sagen-wollte-Erklärung« eingriff. Eine Sprecherin von Cherie Blair sagte anschließend: »Falls die Interpretation der Bemerkungen von Mrs. Blair Kränkung verursacht hat, bedauert sie das natürlich sehr.« Selbstverständlich verurteile Mrs. Blair das jüngste Selbstmordattentat in Israel. Am Morgen waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Israel 20 Menschen getötet worden.

Als Reaktion darauf glaubt die israelische Regierung, nun sei die Zeit reif, einen bereits seit langem gehegten Plan in die Tat umzusetzen und führende palästinensische Politiker aus ihrer Heimat zu vertreiben. Polizeiminister Usi Landau hatte gefordert, die gesamte palästinensische Autonomiebehörde zu stürzen und sämtliche politischen Führer der Palästinenser auszuweisen. Nach einem Bericht des israelischen Rundfunks vom Mittwoch will man jedoch aus Angst vor den internationalen Reaktionen vorerst von der Ausweisung Yassir Arafats absehen. Dafür hat inzwischen die Scharon-Regierung entschieden, die autonomen Palästinensergebiete wieder zu besetzen und so lange besetzt zu halten, bis der »Terrorismus« gegen Israel aufhört.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.