Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 14.07.2006190

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
27.06.2002 Rainer Rupp Junge Welt
Gefloppter Mordversuch
Bushs Aufruf zur Ablösung Arafats stieß international auf Kritik
 
Der »unsterbliche Arafat ist am Montag von Bush politisch ermordet worden«, schrieb die israelische Zeitung Haáretz nach der Rede des US-Präsidenten zum Nahostkonflikt. Politisch sei der Chef der palästinensischen Autonomieverwaltung nur noch ein »dead man walking«, ein aus dem Todestrakt amerikanischer Gefängnisse bekannter Begriff für einen Todeskandidaten, der zwar noch auf seinen Beinen steht, aber eigentlich längst tot ist. Allerdings hat der 72 Jahre alte Yassir Arafat bereits mehrere physische Tötungsversuche der Israelis überlebt. Entsprechend gelassen hat er auch auf den eher dilettantisch durchgeführten politischen Mordversuch des US-Präsidenten Bush reagiert. Seine erste Reaktion war eine kurze Erklärung, in der er Bush dafür lobte, daß er in seiner Rede von einem »palästinensischen Staat« und »demokratischen Wahlen« gesprochen hatte. Dann drehte er den Spieß um und führte Bushs Argumente zugunsten der Sache der Palästinenser ins Feld. So haben Arafat und sein Stab inzwischen deutlich gemacht, daß sie sich über die in Aussicht gestellten demokratischen Wahlen freuen. Zugleich haben sie den Israelis den »Schwarzen Peter« zugeschoben, indem sie sich fragen, wie demokratische Wahlen überhaupt abgehalten werden könnten, solange in fast allen palästinensischen Städten israelische Panzer stehen.

Nur in der von Bush geforderten Ablösung der palästinensischen Führung zeigen sich sowohl Arafat als auch seine politischen Gegner in Palästina hart. Über die palästinensische Führung könnte niemand anders als die Palästinenser selbst entscheiden. Das war auch der Tenor der deutschen und französischen Außenminister Joseph Fischer und Dominique de Villepin wie von Vertretern aller anderen EU-Mitgliedsländer. Sogar der Lieblingseuropäer Washingtons und spezielle Busenfreund Bushs, der britische Premier Toni Blair, ließ den großen transatlantischen Bruder wissen, daß es Sache der Palästinenser sei, ihre Führung zu wählen. Über dieses Ansinnen von Bush, den Palästinensern vorzuschreiben, welche Führung sie sich zu wählen haben, herrschte auch in der arabischen Welt helle Empörung. Selbst der sonst gegenüber Washington eher unterwürfige UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte am Dienstag vor den möglichen kontraproduktiven Folgen der Bush-Rede gewarnt. »Da gibt es die Forderung nach einer neuen palästinensischen Führung. Aber was passiert in der Zwischenzeit, bis diese neue Führung existiert?« fragte Annan.

Nicht nur diese offenen Fragen haben die Europäer in arge Verlegenheit gebracht. Mit ihrer Position, in Arafat den »legitimen Vertreter des palästinensischen Volkes« zu sehen, lagen sie urplötzlich mit Washington in einer Schlüsselfrage auf gefährlichem Kollisionskurs. Um einen transatlantischen Eklat zu vermeiden, haben die Europäer ihre Position inzwischen teilweise angepaßt, indem sie z.B. der Notwendigkeit von Wahlen in Palästina größere Bedeutung beimessen. Aber sie halten weiterhin daran fest, daß die Palästinenser ihre politischen Führer selbst wählen und daß das Ergebnis von demokratischen Wahlen nicht von ausländischen Mächten zur Debatte gestellt werden darf.

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Zurück zur Seite vorher


Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.