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Rainer Rupp 01.07.2002 Junge Welt
Kriegsdrohungen gegen Teheran
Israel liebäugelt mit Militärschlag gegen Irans Atomanlagen
 
Der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Ephraim Halevy, hat nach einem Bericht der britischen Times am Mittwoch vergangener Woche vor hohen Repräsentanten der NATO ein Schreckensszenario über die angebliche Bedrohung durch iranische Atomraketen gemalt. Teheran verfolge nicht nur mit Hochdruck ein gefährliches Nuklearwaffenprogramm, sondern sei auch dabei, sich die dazu nötigen Trägerwaffen zu beschaffen. Fieberhaft würde an einer Weiterentwicklung der Shibab-3-Rakete gearbeitet, um in Zukunft auch Europa und Nordamerika erreichen zu können. Daher würde Iran »die bei weitem größte Gefahr für die Stabilität im Nahen Osten und die Sicherheit des Westens darstellen. Zugleich beschuldigte der Mossad-Chef Teheran, ein geheimes Chemie- und Biowaffenprogramm zu verfolgen.

Allerdings liegt der Verdacht nahe, daß die Israelis mit dieser »Warnung« im Westen eine PR-Kampagne gegen Iran gestartet haben. Die Tatsache, daß die »streng geheime« Rede des Mossad-Chefs der israelischen Tageszeitung Ha´aretz aus »Regierungskreisen« zugespielt wurde, läßt kaum einen anderen Schluß zu. Anscheinend wollte Halevy den NATO-Vertretern genügend Angst einjagen, um sie vor den israelischen Karren spannen zu können. Ermutigend dürfte dabei die Tatsache gewesen sein, daß dies schon einmal funktioniert hat: Als die USA und andere NATO-Staaten im Rahmen der Operation »Wüstensturm« Israels strategisch gefährlichsten Gegner aus dem Weg räumten und das militärische und wirtschaftliche Potentials des Iraks weitgehend zerstörten. In den Jahren zuvor hatte Israel in den USA und Europa die Bedrohung westlicher Ölinteressen durch die nukleare Schwellenmacht Irak an die Wand gemalt.

Heute sieht Israel nicht mehr Irak, sondern Iran als größte Gefahr. Denn Teheran fährt trotz des wütenden amerikanischen Kriegsgeschreis fort, die Hisbollah im Libanon zu unterstützen. Diese wird von der israelischen und amerikanischen Regierung als eine der gefährlichsten Terrororganisationen der Welt eingestuft. Die islamistisch-fundamentalistische Hisbollah hatte den israelischen Besatzungstruppen hohe Verluste zugefügt und sie schließlich zum Abzug aus Südlibanon gezwungen. Allerdings kommt es entlang der israelisch-libanesischen Grenze auch weiterhin zu Zusammenstößen mit der Hisbollah, die vielen militanten Palästinensern als Vorbild gilt. Die Bedeutung der Organisation würde jedoch ohne Unterstützung Irans weitgehend schwinden, so zumindest das Kalkül Jerusalems und Washingtons.

Zugleich ging aus einem anderen Bericht der Ha´aretz hervor, daß der Nationale Sicherheitsrat Israels derzeit die israelische Politik gegenüber Iran überarbeitet. Dabei ließen israelische Beamte wissen, daß »alles getan werden muß, um Teheran davon abzuhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln, notfalls unter Einsatz von Gewalt«. Vor diesem Hintergrund kann die Rede des Mossad-Chefs Halevy auch als Aufforderung an den Westen gesehen werden, auf Iran verstärkten politischen Druck auszuüben: Entweder gelingt es dem Westen, Iran zur Aufgabe seines »Nuklearprogramms« zu bewegen, oder Israel wird militärisch zuschlagen und das iranische Atompotential zerstören.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.