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12.07.2002 Werner Pirker Junge Welt
Washingtons Mann
Fischer will Palästinenser unter Quarantäne stellen
 
Deutschlands umtriebiger Außenminister Joseph Fischer hat wieder einmal Vorschläge zur Beilegung des Nahost-Konfliktes präsentiert. Als besonders kühn können sie nicht bezeichnet werden. Fischer wandelt auf den alten ausgetretenen Pfaden. Seine Ratschläge weisen nicht die Spur über die Logik der amerikanischen Befriedungspolitik hinaus. Sie stellen weder die israelische Unterdrückungspolitik gegenüber den Palästinensern noch die offene Mißachtung palästinensischer Souveränitätsrechte durch die USA in Frage. Auch Fischer tritt für eine Entmündigung der Autonomiebehörde ein. Doch nicht allein die USA sollen die Rolle des Vormundes übernehmen, sondern die internationale Gemeinschaft.

Deshalb schlägt der deutsche Außenminister die Ernennung eines Beauftragten des UN-Sicherheitsrates vor, der die Reform der palästinensischen Institutionen zu überwachen habe. Zur Durchsetzung des amerikanischen Begehrens nach Installierung einer neuen palästinensischen Führung verlangt Fischer die Entsendung eines Kommissars, der kontrollieren soll, daß Arafat seine von den USA gestellten Hausaufgaben auch wirklich erledigt und sich nicht mit »Scheinreformen« aus der Affäre zieht. Welchen Inhaltes diese Reformen sein sollen, liegt auf der Hand. Gefordert ist die Preisgabe des demokratischen Rechts der Palästinenser, über die Zusammensetzung ihrer politischen Führung selbst zu bestimmen. Die Forderung nach einer Administration, die das Vertrauen der Unterdrücker der Palästinenser genießt, ist eine Nötigung, die am serbischen Beispiel Schule gemacht hat.

Neben den neuen Führern hat Bush auch noch die Einführung von Demokratie und Marktwirtschaft als Bedingung für die Zulassung eines palästinensischen Staates genannt. Die Demokratie, die Bush meint, eine Demokratie, die den Verzicht auf eine selbstbestimmte Entwicklung zur Voraussetzung hat, möge den Palästinensern erspart bleiben. Abgesehen davon, daß die Verpflichtung zur Marktwirtschaft gesellschaftliche Alternativen diktatorisch ausschließt, bliebe den Palästinensern auch unter Bedingungen staatlicher Unabhängigkeit keine andere Alternative. Es ist die israelische Besatzungsmacht und ganz bestimmt nicht die um Arafat gruppierte palästinensische Bourgeoisie, die die Entfaltung einer kapitalistischen Marktwirtschaft in den Autonomiegebieten behindert.

Fischers Vorschläge gehören zu den feindseligsten, mit denen das Volk von Palästina je konfrontiert war. Denn sie folgen der perfiden Logik imperialistischer Machtpolitik unter der Flagge der UNO. Sie bilden einen deutschen Vorstoß zur völligen internationalen Isolierung der Palästinenser.

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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.