Erich von Däniken, Altertumsforscher, Buchautor und
Erbauer des Mystery Parks in Interlaken, schmettert das Vorhaben ab: «Das
ist bloss der nächste Betrug der ägyptischen
Altertumsverwaltung», ereifert er sich. «Die Pyramide ist seit
einem Monat für die Touristen geschlossen, und ich vermute, dass seither
etwas im Geheimen passiert ist.» cheops-pyramide
Die Toten brauchen keine Luft
Am 17. September wollen Ägyptologen eine
vor neun Jahren entdeckte, geheimnisvolle Tür in der Cheops-Pyramide
knacken. Was sich dahinter verbirgt, weiss niemand. Erich von Däniken
spricht von einem «neuen Betrug der ägyptischen
Altertumsforschung». Urs Wüthrich Er war vom
Tod besessen. Genauso wie seine Vorgänger 500 Jahre zuvor, und genauso wie
seine Nachfolger 2000 Jahre später. Cheops, aus der 4. Dynastie, baute um
2500 vor Christus die grösste Pyramide, die je von einem Pharao errichtet
wurde. Von seiner Mumie fehlt jede Spur, auch sein angeblicher Schatz wurde nie
gefunden, aber sein Lebenswerk für das Leben nach dem Tod - die
Cheops-Pyramide bei Kairo - steht immer noch. Bereits die ersten Gräber
der frühesten Dynastie waren Paläste des Jenseits, ausgestattet mit
schier unvorstellbaren Kostbarkeiten. Der Kult des ewigen Lebens dauerte im
alten Ägypten Jahrtausende, zwischen dem ersten Pharao (Aha) und dem
letzten (Chababasch) liegen mehr Jahre als zwischen der Gründung Roms und
heute. Selbst nach der Entzifferung der Hieroglyphen durch
Jean-François Champollion im 19. Jahrhundert bleibt vieles im Dunkeln.
Wie wurden die Pyramiden gebaut? Wozu diese Form? Gibt es noch unbekannte
Kammern? Liegen tief im Innern Schätze aus Gold? Und wo sind die Mumien
all der Herrscherfamilien? Vereinzelt wurden zwar welche gefunden, die
berühmteste ist diejenige eines ziemlich unbedeutenden Pharaos namens
Tutanchamun aus der 18. Dynastie (1550 bis 1292 v. Chr.).
Rätselhafte Türe entdeckt Mehr Rätsel als
Fakten gibt speziell die Cheops-Pyramide auf. Der komplizierte Innenbau mit den
drei Kammern, der Galerie und den Luftschächten, die irgendwo im Mauerwerk
enden, wird bis heute nicht verstanden. 1993 machte der deutsche Ingenieur
Rudolf Gantenbrink eine sensationelle Entdeckung. Durch einen von der
Königinnenkammer schräg nach oben führenden Schacht liess er
einen kleinen Roboter laufen. Nach 65 Metern war Endstation. Das
Kameraauge erblickte etwas, das seit 4500 Jahren niemand mehr gesehen hatte:
eine kleine Tür mit zwei Metallbeschlägen, die das Weiterkommen
verhinderte. Der Schacht ist mit einer Seitenlänge von 20 Zentimetern so
klein, dass kein Mensch bis dorthin vordringen kann. Was befindet sich hinter
der Tür? Ist es bloss ein weiterer Luftschacht? Tote brauchen keine Luft.
Neuer Vorstoss am 17. 9. Archäologen unter der
Leitung von Zahi Hawas von der ägyptischen Altertumsforschung wollen nun
am 17. September gemeinsam mit der amerikanischen National Geographic Society
die «Gantenbrink-Tür» knacken. Wieder soll ein Roboter die 65
Meter bis zur Tür zurücklegen und mit einer Kamera durch den unter
der Tür befindlichen, winzigen Spalt spähen. Vielleicht gelingt es
dem Vehikel sogar, die Pforte ins Unbekannte zu öffnen. Die Exkursion wird
medienwirksam umgesetzt und soll in mehreren Ländern live ausgestrahlt
werden. Von Däniken: «Betrug!»
Erich von Däniken, Altertumsforscher, Buchautor und Erbauer des
Mystery Parks in Interlaken, schmettert das Vorhaben ab: «Das ist bloss
der nächste Betrug der ägyptischen Altertumsverwaltung»,
ereifert er sich. «Der Schacht ist seit 1993 bekannt, und seither hat die
Verwaltung in Kairo die Öffentlichkeit alle paar Monate mit einer neuen
Lüge abserviert und gesagt: Jetzt machen wir die Tür auf.> Aber
sie haben nie etwas getan und sind laufend mit neuen Ausreden
gekommen. «Show abziehen» Von Däniken weiter:
«Die Pyramide ist seit einem Monat für die Touristen geschlossen,
und ich vermute, dass seither etwas im Geheimen passiert ist. - Vielleicht
haben die bereits irgendetwas gefunden und es heimlich ausgeräumt. Und
jetzt ziehen sie eine Show ab und zeigen dem Volk, dass sich nichts hinter der
Tür verbirgt.» Er glaube ohnehin nicht recht daran, dass am 17.
September überhaupt etwas passiere. «Selbst wenn nur ein Papyrus zum
Vorschein käme, wäre das eine Sensation. Aber die Ägypter haben
Angst, dass etwas zum Vorschein kommt, dann gibts nämlich ein Feuerwerk
von Fragen, und die will man nicht.» Keine
Geheimnisse? Offiziell wurde in der Cheops-Pyramide - ausser den bekannten
Schächten - lediglich ein grosser, offener Sarkophag ohne Deckel in der
Königskammer gefunden. Er muss schon beim Bau der Pyramide hergebracht
worden sein, denn er passt durch keinen Gang. Von Däniken sagt: «Die
Meinung der Ägyptologen ist die, dass es in der Pyramide keine Geheimnisse
gibt.» Andere Sichtweise Cheops habe sie vor
4500 Jahren erbaut und mit drei Kammern versehen, der Rest sei kompaktes
Gestein. Basta. Aber es gibt noch eine andere Sicht, und die stammt von antiken
arabischen Historikern. Sie erzählen die Story anders: Ein König
namens Saurid habe die Pyramide vor der grossen Flut gebaut, viele kleine
Kammern gemacht und dort alle Bücher hineingelegt, die vor der Flut
geschrieben wurden. «Darüber lacht die moderne Wissenschaft»,
meint von Däniken. Genau so wie über die Version von Al Mamun.
Keine leeren Räume Er lebte als
Herrscher von Kairo im 9. Jahrhundert. 823 drang er als erster in die
Cheops-Pyramide ein. Er liess den Tunnel aufbrechen, den heute noch Touristen
benutzen, um die Innenräume zu besichtigen. Überliefert sei, dass Al
Mamun drei Räume entdeckt habe, erzählt von Däniken. Aber keine
leeren: «Im ersten befanden sich Gläser, die man biegen kann. Im
zweiten glitzernde Metalle, die nicht rosten. Und im dritten Raum gabs Figuren,
die leben und doch nicht leben ...» Was wirklich stimme, wisse niemand,
«bis heute hat man nie solche Räume gefunden», sagt Erich von
Däniken bestimmt. Mystisches hat die Cheops-Pyramide allemal zu
bieten. Eine Auswahl: Die Nordseite zeigt fast exakt zum geografischen Nordpol.
Der felsige Boden ist absolut waagrecht nivelliert (und das mit den damaligen
Mitteln). Die Achsen der drei Pyramiden Cheops, Chephren und Mykerinos passen
exakt auf die drei Gürtelsterne im Sternbild Orion ...
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